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Offiziell 165 Gigawatt neue Windkraft 2025, Wachstumsregionen verschieben sich

Wie die führende globale Branchenorganisation der Windkraft, GWEC, am Montag in Madrid bilanzierte, zog der weltweite jährliche Zubau der Windkraftkapazitäten 2025 im Vergleich zum Vorjahr um weitere 47,3 Gigawatt (GW) und damit um mehr als 40 Prozent an. Genau 164,6 GW zählte der Global Wind Energy Council (GWEC) damit aus den Angaben nationaler Windenergieverbände oder der Windkraftorganisationen von Großregionen zusammen, alternativ auch aus Aussagen von Windkraftindustrie-Experten und den Windturbinen herstellenden Unternehmen. Damit erreichte die gemäß der Weltwindkraftbranchenorganisation tatsächlich zu wertende Inbetriebnahme neuer Windenergie-Nennleistung innerhalb eines Jahres nahezu den vom Marktanalysedienst Bloomberg NEF erwarteten Zubau von 169 GW – fiel aber deutlich besser als die von der internationalen Erneuerbare-Energien-Agentur Irena schon Ende März gemeldeten 155 GW aus.

Die starke Zunahme des Weltmarktes ist vor allem China zu verdanken. Das globale Windkraftführungsland brachte gemäß GWEC 113,9 GW an Land und 6,6 GW in der See neu ans Netz – insgesamt also eine frisch errichtete Gesamtkapazität on- und offshore von 120,5 GW. Das waren noch einmal 38,1 GW mehr als im Vorjahr.

Die nachfolgenden aber längst abgeschlagenen vier Mittelmächte der Windkraft, USA, dann dieses Mal statt Deutschland wieder Indien – und dann Deutschland, nahmen 6,9, 6,35 und 5,7 GW neu in Betrieb nach einem jeweils starken verhältnismäßigen Wachstum des Errichtungsgeschäfts an Land von 59 Prozent in Deutschland, 77 Prozent in den USA bis fast 86 Prozent in Indien. Nur beim Offshore-Zubau ging die Aktivität sowohl in Deutschland als auch in den USA zunächst wieder etwas zurück – um 225 Megawatt (MW) und 132 MW auf nun nur 503 MW in Deutschland und keinen Netzanschluss in den Vereinigten Staaten.

Während das Länder-Trio hinter China damit weitere 7,5 GW Plus verantworteten, lassen sich die restlichen noch nicht zugeschriebenen 3 GW Mehrzubau des Jahres mit dem 3,2-GW-Plus der Windparkerrichtungen an Land in Europa erklären. Allerdings ging der Anschluss neuer europäischer Offshore-Windkraft um 0,7 GW auf ein Zwischentief von noch 1,96 GW zurück.

Als besonders spannend darf der GWEC-Hinweis auf die einzige Großregion weltweit mit rückläufigen Installationen gelten: Lediglich in Südamerika war der Zubau um 1,2 GW geringer als 2024, was der weltweite Zubau von Kapazitäten im Meer dank der starken Bautätigkeit vor China und auch noch Taiwan – 600 MW – zuzuschreiben ist.

Dabei weist die Statistik auch eine weitere Zunahme der jährlich neue Turbinen-Inbetriebnahmen ausweisenden Länder auf: Nach schon 55 Ländern im Jahr davor, 2024, waren es nun 57 Länder mit neu fertiggestellten Windparks. Insgesamt verbreitet sich die Windkraftnutzung allerdings schneller. Um das zu verdeutlichen, ist eine andere Zahl geeignet: So haben nun schon 138 Länder weltweit Windräder in Betrieb genommen, Ende 2024 waren es noch 124, die mit den Luftrotoren Strom erzeugen.

Die von GWEC aufgezählten Länder hinter dem ungleichen Spitzenquartett – Länder mit einem deutlichen Plus von mindestens 300 bis gut 2.000 MW – unterscheiden sich zu den beispielsweise von Irena bilanzierten alten und neuen nationalen Verfolgermärkten in diesem Zubaubereich. Das dürfte mit den unterschiedlichen Wertungszeitpunkten zu begründen sein, zu denen die verschiedenen Windkraft-Bilanzierer einen Windpark als fertig für eine Wertung einstufen. In mehreren neuen Windkraft-Entwicklungs- und schon länger fortbestehenden Windkraft-Schwellenländern findet kein Zubau kleiner Windparks oder gar von Einzelturbinen statt – weshalb hier wenige Großprojekte mal im einen Jahr deutlich mehr und im anderen Jahr deutlich weniger Zubau zählen lassen.

So bestätigt auch GWEC Brasilien mit 2,3 und die Türkei mit 2,1 GW als die beiden nächsterfolgreichen Windkraftstaaten des Jahres 2025. Dahinter waren vergangenes Jahr abgesehen von noch einigen europäischen Ländern auch Saudi-Arabien (1,5 GW), Australien (1,2 GW), Chile (1,152 GW), Japan (625 MW), Taiwan (600), Südafrika (509), Kasachstan (387) sowie Kanada (348) unter den Ländern in diesem Zubaubereich.

Allerdings erwartet GWEC nun erstmals eine deutliche Verschiebung des Wachstums weg von den alten Windkraftkernregionen Europa und Nordamerika hin zu den anderen Kontinenten. So soll sich der Zubau an Land auch in China auf einen relativ gesunkenen Wert von jährlich nur noch gering über 100 GW einpendeln, die Errichtungen in Nordamerika werden wegen der ab 2027 und erst Recht ab 2028 wirksamen Bremsgesetze gegen die Windkraft durch die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump – sowie auch wegen des vorerst nicht mehr bedeutend auffrischenden Zubaus in Kanada – von einem zu erwartenden Spitzenwert im aktuellen Jahr 2026 von 10,5 auf 6,5 GW zurückfallen, so die Projektion durch GWEC stimmen wird. Auch Europas Onshore-Zubau soll ab 2027 auf einem Wert von rund 24 bis 25 GW stagnieren – auf freilich höherem Niveau als die jetzigen 17,2 GW an Land.

Dafür wird sich der Windkraftmarkt Südamerika von jetzt 3,7 auf 7,6 GW im Jahr 2030 fast verdoppeln. In Asien und insbesondere auch Zentralasien wird sich der Zubau an Land gemäß GWEC-Prognose von 4,3 auf 14,7 mehr als verdreifachen. Und in Afrika und im arabischen Mittleren Osten ist jeweils eine Vervierfachung abzusehen. Von heute zusammen 2,6 auf in fünf Jahren 10,5 GW, woran der Mittlere Osten mit 5,7 GW ein leichtes Übergewicht erhalten wird. Auch die Offshore-Zubauwerte Asiens sollen sich verdreifachen – auf 2030 schon 24 GW. Dabei werden außer China einige weitere asiatische Länder einen wichtigen Anteil daran haben.