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Nicht zweckgebundene Abgabe

Seit einiger Zeit fließt Solarstrom vom neuen Photovoltaikpark in Wangen im Allgäu ins Netz. Nach fünf Monaten Bauzeit hat die EnBW Energie Baden-Württemberg AG die Anlage mit einer installierten Leistung von 5,7 Megawatt in Betrieb genommen. Die Anlage versorgt rechnerisch rund 2.350 Haushalte mit Solarstrom und spart mehr als 4.700 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Die Anlage umfasst rund 9.600 Solarmodule sowie drei Transformatorstationen. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 6,8 Megawattstunden ergänzt den Solarpark und ermöglicht es, den erzeugten Strom zeitversetzt bereitzustellen.

Standort erfüllt Privilegierungskriterien

Der Standort direkt an der vierspurigen Autobahn A96 eignet sich besonders für die Nutzung erneuerbarer Energien. Die Fläche liegt innerhalb des 200-Meter-Randstreifens der Straße und erfüllt damit die Voraussetzungen des beschleunigten Privilegierungsverfahrens. Der Gesetzgeber zielt darauf ab, Infrastrukturen gezielt zu bündeln, etwa entlang bestehender Autobahntrassen. Technisch ist der Standort optimal angebunden: Die bestehende Stromtrasse konnte genutzt werden, der Netzanschlusspunkt befindet sich direkt auf dem Gelände. Zusätzliche Kabeltrassen waren nicht erforderlich. Eine Freileitung, die die Parkfläche überspannte, wurde bereits vor Baubeginn durch den lokalen Netzbetreiber Netze BW ins Erdreich verlegt.

2350 Haushalte können rechnerisch mit Strom von der Solaranlage im Allgäu versorgt werden.

Batteriespeicher stabilisiert Stromnetz

Im ersten Quartal 2026 wurde der Solarpark um einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 6,8 Megawattstunden ergänzt. Das modular aufgebaute System ist auf der Ostfläche bei der Übergabestation installiert. „Wenn mehr Sonnenstrom erzeugt als gebraucht wird, wird der Speicher geladen und später genau dann zur Verfügung gestellt, wenn die Sonne nicht scheint“, sagt EnBW-Projektleiter Thomas Uhland. Batteriespeicher tragen zur Netzstabilität bei und sind ein wichtiges Element auf dem Weg zu einem Stromsystem mit hundert Prozent erneuerbaren Energien.

Stadt erhält zusätzliche Einnahmen

Die Stadt Wangen profitiert wirtschaftlich vom neuen Solarpark. Neben zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen erhält die Kommune eine freiwillige, nicht zweckgebundene Abgabe der EnBW gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz. Diese kann beispielsweise für Kindergärten, Schulen oder Bildungsprojekte eingesetzt werden.

„Dieses Projekt zeigt, wie Energiewende vor Ort gelingen kann: gemeinsam, verantwortungsvoll und mit direktem Nutzen für unsere Bürgerinnen und Bürger. Der Solarpark stärkt nicht nur den Klimaschutz, sondern auch unsere Stadtgemeinschaft – wirtschaftlich und ideell“, sagt Michael Lang, Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Wangen im Allgäu. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wangen im Allgäu und mit Unterstützung der Bürgerenergiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu realisiert. „Als Bürgerenergiegenossenschaft ist es uns wichtig, dass die Menschen in der Region sowohl von der Energiewende profitieren, wie auch aktiv daran teilhaben und sie mitgestalten können“, sagt Wolfgang Friedrich, Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft Region Wangen im Allgäu.
Nicole ­Weinhold

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