Frankreich will Schwung in seinen Offshore-Markt bringen.
Foto: DOTI | Matthias Ibeler 2009

Energieplan vorgelegt

Frankreich verdreifacht neues Offshore-Ausbauvolumen

Französische Regierung plant bis zu sechs Gigawatt bis 2028 neu auszuschreiben und setzt dabei auf schwimmende und fest verankerte Projekte.

Katharina Wolf

Frankreich hat seine Ziele für den Ausbau der Offshore-Windenergie deutlich erhöht. Wie das Portal offshorewind.biz unter Berufung auf den jetzt vorgelegten Energieentwicklungsplan (Programmation pluriannuelle de l’énergie (PPE)) meldet, will die französische Regierung bis 2028 bis zu sechs Gigawatt Leistung neu ausschreiben - und damit fast drei Mal so viel, wie im November 2018 angekündigt. Damals war als Ziel die Auktion von 2,2 GW neuer Leistung bis 2030 ausgegeben worden.

Die Regierung plant nun schrittweise unterschiedlich große Tender auszuschreiben und setzt dabei auf sinkende Preisobergrenzen. Ausgenommenen davon sind lediglich schwimmende Projekte, die zunächst eigene Tender bekommen sollen.

Für den ersten Tender - Dünkirchen mit einer Leistung von 500 MW - soll bereits in diesem Jahr der Zuschlag erfolgen. Die Ausschreibung hatte im November stattgefunden. Dabei rechnet die Regierung mit Preisen unterhalb 70 Euro pro Megawattstunde (€/MWh). 2020 gilt für den Tender Ärmelkanal mit einem Gigawatt Leistung eine Preisobergrenze von 65 €/MWh.

In Frankreich waren in den ersten Ausschreibungen sehr hohe Vergütungen erzielt worden, so dass die französische Regierung im Sommer beschlossen hatten, sie um 30 Prozent zu senken.

Im Anschluss an die Ausschreibungen im Ärmelkanal bleiben die Jahre 2021/22 den schwimmenden Projekten in der Bretagne und im Mittelmeer vorbehalten, berichtet offshorewind.biz. Hier sind höhere Preis zwischen 110 und 120 €/MWh einkalkuliert, während für die Tender 2023/24 für Windenergieanlagen, die fest auf dem Meeresboden stehen und eine Gesamtleistung von 1 bis 1,5 GW haben sollen, wieder eine Obergrenze von 60 €/MWh gelten soll. 2024 soll es zudem ein letztes Mal einen Tender ausschließlich für schwimmende Parks geben. Ab 2025 plant die französische Regierung technologieoffen - der Preis soll entscheiden, wer die jährliche Auktionen für eine Kapazität von 500 MW gewinnt.

Der Zeitplan sieht vor, dass bis 2023 eine Offshore-Windkraftkapazität von 2,4 GW und bis 2028 eine Kapazität von 4,7 GW bis 5,2 GW ans Netz geht. Derzeit hat Frankreich eine Offshore-Windkapazität von 2 MW in Betrieb, sechs Projekte mit einer Gesamtkapazität von rund 3GW sind genehmigt.