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1,4 Gigawatt Offshore

Innogy erhält Offshore-Zuschlag - nicht in Deutschland, sondern in Großbritannien

Innogy erhält Zuschlag für 1,4 Gigawatt Offshore-Windpark vor der britischen Küste.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Das Offshore-Windprojekt Sofia mit einer genehmigten installierten Leistung von bis zu 1,4 Gigawatt (GW) und bis zu 200 Turbinen hat vom britischen Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie (Department for Business, Energy & Industrial Strategy, kurz BEIS) einen Zuschlag in der jüngsten Auktionsrunde zur Förderung Erneuerbarer-Energien-Projekte (Contract for Difference) erhalten.

Der britische Offshore Windpark Walney Extension ist mit 659 Megawatt (MW) Leistung der derzeit weltgrößte Offshore Windpark. Sofia ist das derzeit größte Projekt der Firma Innogy. Die finalen Investitionsentscheidung steht nun als nächstes an, bevor gebaut werden kann. Sie wird für 2020 erwartet, wenn die Vertragsbedingungen für mögliche Zulieferunternehmen feststehen. Der externe Finanzierungsprozess soll anschließend abgeschlossen werden.

39,65 Pfund pro Megawattstunde

Preislich hat es einmal mehr eine neue Rekordmarkte gegeben: Mit 39,65 Britischen Pfund pro Megawattstunde (MWh), derzeit 44,97 Euro, liegt der Preis für Offshore-Wind in Großbritannien in dieser dritten Ausschreibungsrunde niedriger als alle bisherigen Aktionen auf der Insel.

Contract for Difference

In Großbritannien werden Erneuerbare-Energien-Anlagen derzeit nach einem als „Contract for Difference" (CfD) bezeichneten Mechanismus gefördert. Der CfD-Mechanismus sieht vor, dass Ökostromprojekte zunächst über 15 Jahre gefördert werden und in dieser Zeit eine garantierte Vergütung für den erzeugten Strom erhalten (die jährlich entsprechend der Inflationsrate angepasst wird). Im Preis sind die Kosten für die Übertragung des Stroms an das Umspannwerk an Land enthalten. Das macht das Projekt natürlich deutlich teurer für den Planer als es in Deutschland wäre, wo der Netzbetreiber den Anschluss auf dem Meer baut und bezahlt.

Für 4,5 Cent pro Kilowattstunde muss also inklusive Netzanschluss gebaut werden. Eine Herausforderunge für Innogy? Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien der Innogy SE, sprach von einem "wichtigen Meilenstein" zur Realisierung des Offshore-Projektes. Innogy habe unter Beweis gestellt, "dass wir uns in einem sehr kompetitiven Marktumfeld erfolgreich behaupten können." Dank des umfangreichen Know-hows in der Entwicklung sowie im Bau und Betrieb von komplexen Offshore-Projekten und der vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sei es Innogy gelungen, ein werthaltiges Projekt zu entwickeln und die Kosten für Offshore-Windstrom in Großbritannien weiter zu senken.

195 Kilometer vor der britischen Küste

Der Windpark soll weit vor der Küste entstehen, 195 Kilometer vom britischen Festland entfernt auf der Dogger Bank auf 593 Quadratkilometern entstehen. Dort herrschen laut Innogy "hervorragende Windbedingungen". Die Wassertiefen sind, darum ist Dogger Bank so attraktiv, mit 21 bis 36 Meter relativ gering.

2021 könnte laut Innogy mit den Arbeiten an Land begonnen werden: Sieben Kilometer Kaben müssen hier verlegt werden. Auf See soll es 2022 losgehen, sodass 2024/2025 die Inbetriebnahme des Windparks beginnen und Ende 2026 angeschlossen werden kann.

Nach der Fertigstellung wird der Windpark Sofia rechnerisch rund 1,2 Millionen britische Haushalte mit grünem Strom versorgen können. Das voraussichtliche Investitionsvolumen liegt bei rund drei Milliarden Britischen Pfund.

In der dritten CfD-Zuteilungsrunde 2019 ging es um Ausschreibungen für Projekte mit einem Gesamtbudget von 65 Millionen Britischen Pfund und einem Kapazitätsdeckel von 6 GW.

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