Image
energyund meteo-langrock-web.jpeg
Foto: Paul Langrock – energy & meteo
Verteilnetzbetreiber müssen bald Erneuerbare im Redispatch 2.0 integrieren. 

Verteilnetzbetreiber

Lösung für Netzbetreiber bei Redispatch

Die Integration erneuerbarer Energien in den Redispatch-Prozess stellt Verteilnetzbetreiber vor Herausforderungen, bietet aber auch Raum für neue Lösungswege. N-Ergie Netz nutzt eine Redispatch-Plattform, die als Software-Dienstleistung angelegt ist.

Wenn Engpässe im Stromnetz drohen, zum Beispiel weil zu viel Wind- oder Solarstrom in die Netze drängt, müssen Netzbetreiber entgegensteuern, um die Stabilität der Netze zu sichern. Bei diesem als Redispatch bezeichneten Prozess werden verschiedene angeschlossene Erzeugungsanlagen herunter- und ggf. andere wieder hochgefahren, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden. Bisher waren davon in der Regel nur konventionelle Kraftwerke mit mehr als zehn Megawatt Leistung betroffen, die überwiegend an die Hoch- und Höchstspannungsnetze angeschlossen sind.

Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes

Eine Novelle des Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (NABEG 2.0) verlangt nun, dass ab Oktober 2021 auch Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt berücksichtigt werden. 

Zur Umsetzung der neuen Redispatch-2.0-Anforderungen beschreitet die N-Ergie Netz GmbH gemeinsam mit der Energy & Meteo Systems GmbH den Weg der Software-Dienstleistung, auch bekannt als Software-as-a-Service (SaaS). Der Oldenburger Energiedienstleister stellt dafür eine  modular aufgebaute Softwarelösung für die Redispatch-2.0-Prozesse zur Verfügung und übernimmt  den Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Gegenüber einer aufwendigen Entwicklung und Implementation der Software beim Kunden bietet dieser Ansatz angesichts des Startdatums am 1. Oktober 2021 einen Zeitvorteil.

Erneuerbare Energien in Kraftwerksplanung einbeziehen

Redispatch 2.0 ist wichtig bei der Integration von erneuerbaren Energien in die deutschen Stromnetze. Verbesserte Planungs- und Prognoseprozesse sollen dazu beitragen, die Häufigkeit von Netzengpässen deutlich zu verringern. Neu bei Redispatch 2.0 ist unter anderem, dass auch erneuerbare Energien und konventionelle Kleinerzeuger in die Kraftwerksplanung einbezogen werden müssen. Für Verteilnetzbetreiber bedeutet das eine erhebliche Erweiterung ihrer Aufgaben. 

„Redispatch 2.0 ist für uns ein sehr wichtiges Thema, das einem sehr ambitionierten Zeitplan folgt“, sagt Gerald Höfer, Geschäftsführer der N-Ergie Netz GmbH. „Wir haben uns daher bewusst für Software-as-a-Service entschieden, um bereits implementierte und standardisierte Prozesse zu nutzen.“ Ulrich Focken, Geschäftsführer von Energy & Meteo Systems erklärt: „Wir haben früh damit begonnen, eine passende Software für die Redispatch-2.0-Anforderungen zu entwickeln, und uns war schnell klar, dass wir unsere langjährige Erfahrung im Bereich Software-as-a-Service auch hier einbringen können.‟ Dadurch könne der Verteilnetzbetreiber darauf verzichten, die eigene IT-Abteilung aufzurüsten.“ Das Redispatch-System basiert auf einer Software-Architektur, die je nach Anforderung flexibel einsetzbare Module nutzt und so verschiedenste Akteure auf einer gemeinsamen Plattform verbindet. 

Netzwerkanalyse und Engpassbestimmung unter Berücksichtigung von Prognosedaten

Zum Funktionsumfang zählen unter anderem die Netzwerkanalyse und die Engpassbestimmung unter Berücksichtigung von Prognosedaten sowie die Bestimmung von Topologie-Schaltmaßnahmen und Redispatch-Dimensionierungen bei gleichzeitiger Ermittlung von Flexibilitätsbeschränkungen. Wichtig für die erfolgreiche Umsetzung sind zudem umfangreiche Kommunikations- und Datenaustauschprozesse mit anderen Netzbetreibern („NKK“-Mechanismus) und den Einsatzverantwortlichen, insbesondere den Anlagenbetreibern („PVK“-Mechanismus). 

Foto: Ingo Bartussek - Fotolia.com

Rekordwindstrom-Quartal

Netzbetreiber mussten wieder mehr eingreifen

Die Netzbetreiber korrigierten im ersten Quartal 2019 die Stromeinspeisung um 8.377 Gigawattstunden (GWh). Es war der bisher zweithöchste Wert.

Foto: Thorsten Schier - stock.adobe.com

Ausschreibung

Netzbetreiber schreiben Kapazitätsreserve aus

Um die Versorgungssicherheit in extremen Situationen zu gewährleisten, wird eine Kapazitätsreserve eingeführt. Die Ausschreibung beginnt jetzt.

Foto: Thorsten Schier

Verbraucher zahlen

Hohe Netzentgelte machen Netzbetreiber reich

Für Netzbetreiber sind sie eine Gelddruckmaschine: Die Netzentgelte laufen aus dem Ruder, vor allem weil ihre Berechnung nicht transparent ist.