Die geplante Reform der Netzentgelte droht nach Einschätzung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland auszubremsen. Anlass sind die jüngst vorgestellten Pläne der Bundesnetzagentur, die insbesondere Betreiber privater Solaranlagen mit Batteriespeichern stärker belasten könnten. Für typische Prosumer-Haushalte seien zusätzliche Grundkosten von bis zu 150 Euro jährlich möglich, erklärte der Verband.
Netzdienlichkeit berücksichtigen
Der BSW-Solar kritisiert, dass die Vorschläge weder netzdienliches Verhalten honorierten noch den Beitrag dezentraler Speicher zur Entlastung der Stromnetze ausreichend berücksichtigten. Gerade in Kombination mit E-Autos und Wärmepumpen könnten Solaranlagen helfen, bestehende Netzinfrastruktur effizienter zu nutzen und den Netzausbaubedarf zu senken. Zugleich verweist die Branche auf bereits gestiegene regulatorische Belastungen, etwa durch Smart-Meter-Kosten und gekürzte Vergütungen bei negativen Strompreisen. Weitere Einschnitte bei Förderung und Wirtschaftlichkeit neuer PV-Anlagen seien kaum noch verkraftbar. Der Verband fordert deshalb Nachbesserungen bei Netzentgelten und Förderregeln. (NW)