Der Bundesverband des Solarhandwerks (BDSH) lehnt zentrale Punkte des geplanten Netzpakets von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ab. Der Referentenentwurf zur Änderung von EEG und EnWG sehe Maßnahmen vor, die den Ausbau erneuerbarer Energien erheblich bremsen könnten.
Kritisch bewertet der Verband vor allem drei Punkte: Verteilnetzbetreiber sollen Regionen mit mehr als drei Prozent Abregelung im Vorjahr für bis zu zehn Jahre als „kapazitätslimitiert“ ausweisen können. Neue Anlagen dürften dort nur errichtet werden, wenn Betreiber für zehn Jahre auf Entschädigungen bei Abregelung verzichten – der Einspeisevorrang würde faktisch entwertet. Zudem ist ein Baukostenzuschuss pro Kilowatt Netzanschlussleistung geplant, unabhängig vom tatsächlichen Netzausbaubedarf.
Der BDSH sieht im Entwurf eine Verwaltung von Engpässen statt deren Lösung. Steuerbare PV-Anlagen böten Flexibilitätspotenziale. Der Verband fordert unter anderem die Rücknahme des Redispatchvorbehalts, einen beschleunigten Smart-Meter-Rollout, flexible Netzentgelte, Abbau von Hürden für Energy Sharing und Speicher. (NW)