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Strompreis

Neue Analyse: Börsenstrompreis im Sinkflug wegen COVID-19

Analyse des DNV GL zu den Auswirkungen der Coronakrise auf den Strommarkt. EU-Börsenstrompreis könnten 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

COVID 19 prägt in den nächsten zwei Jahren die Großhandelspreise für Strom und die CO2-Emissionen in Europa. Grund: die europäischen Großhandelspreise für Strom könnten in diesem Jahr 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau bleiben. Im Falle einer langsamen Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2021 ist ein weiteres Absinken um 30 Prozent gegenüber Vorkrisenniveau möglich. Das geht aus einer neuen Analyse des DNV GL zu den Auswirkungen der Coronakrise hervor.

Strompreis 20 bis 30 Prozent niedriger

In dem ersten von zwei Szenarien werden die unmittelbaren Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit und den Strombedarf im Jahr 2020 bei einer relativ schnellen Erholung der Weltwirtschaft bis 2021 analysiert. Egebnis: die europäischen Großhandelspreise für Strom bleiben in diesem Jahr 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Das zweite Szenario geht von länger anhaltenden Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit und den Strombedarf aus und von einer nur allmählichen Erholung der Weltwirtschaft bis 2021 - mit dem Ergebnis, dass die europäischen Großhandelspreise für Strom um 30 Prozent unter das Vorkrisenniveau fallen könnten.

100 Millionen Tonnen weniger CO2

Die jährlichen CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung könnten auf der Basis des geringeren Strombedarfs und der fortschreitenden Umstellung von Kohle auf Gas aufgrund des anhaltenden CO2-Preisniveaus um mehr als 100 Millionen Tonnen sinken. Die europäische Gasnachfrage zur Stromerzeugung dürfte im Vorkrisenvergleich auf einem ähnlichen Niveau bleiben, obwohl für Italien und Spanien eine deutlich geringere Gasnachfrage zur Stromerzeugung prognostiziert wird.

Rohstoffpreise werden beeinflusst

Die Krise habe in den letzten Wochen gezeigt, dass sie das Potenzial hat, die Stromnachfrage und die Rohstoffpreise drastisch zu beeinflussen, sagt Andreas Schröter, Executive Vice President Zentraleuropa, Mittelmeerraum und Lateinamerika bei DNV GL – Energy: "Durch den Einfluss auf die Fundamentaldaten und Prognosen des europäischen Strommarkts sind gleichzeitig Auswirkungen auf die die globalen Ambitionen zur CO2-Emissionsreduktion zu erwarten." Mit Blick auf die Erzeugung erneuerbarer Energien würden nach seiner Einschätzung Investoren in Wind- und Solarprojekte voraussichtlich aktualisierte Betrachtungen zur Volatilität und den Trends des Forward-Strommarkts benötigen.

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