Foto: MHI Vestas

Offshore

Neue Meereswindkraft vor Portugal und Frankreich

Vestas errichtet in Portugal schwimmende Großturbine in 100 Meter Meerestiefe und Siemens Gamesa sichert sich 500-MW-Auftrag in Frankreich.

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Nicole Weinhold

MHI Vestas hat jetzt bekanntgegeben, dass eine Turbine vom Typ V164-8.4 MW auf einer Schwimmkonstruktion von Principle Power in Nordspanien abgelegt hat und zum Projektzielort segelt. Wenn diese dritte und letzte Turbine nach 250 Kilometern am Ziel ankommt, ist Windfloat Atlantic der größte und leistungsstärkste schwimmende Windpark.

Der Standort des Projekts liegt 20 Kilometer vor der Küste von Viana do Castelo in Portugal in einer Meerestiefe von 100 Metern. Wind Float Atlantic wurde von einem Konsortium aus EDP Renewables, Engie, Repsol und Principle Power entwickelt. Ist der 25-MW-Park erstmal am Netz, liefert er saubere Energie für 60.000 Haushalte.

MHI Vestas ist bereits als Zulieferer für weitere Schwimmpark-Projekte ausgewählt worden, beide in Frankreich: Groix & Belle Ile und EFGL, sollen 2022 errichtet werden. Ein weiteres Schwimm-Projekt, Kincardine, steht in diesem Jahr noch in Schottland an.

Siemens Gamesa mit Auftrag über fast 500 MW

Auch für Siemens Gamesa läuft es gut. Das Unternehmen hat einen verbindlichen Auftrag für die Lieferung von Windturbinen und einen Wartungsvertrag über 15 Jahre für den Offshore-Windpark Fécamp von EDF Renewables, Enbridge und WPD erhalten. Das in der Normandie geplante 497-MW-Projekt wird mit 71 Offshore-Windturbinen vom Typ SWT-7.0-154 mit einer Leistung von jeweils 7 MW ausgestattet. Die Turbinen werden in der Fertigung hergestellt, die Siemens Gamesa in Le Havre bauen wird.

Das ist bereits der zweite Offshore-Auftrag für Siemens Gamesa nach Bekanntgabe der Beauftragung durch das Konsortium Ailes Marines für das 496-MW-Offshore-Windkraftwerk in der Bucht von Saint Brieuc in der Bretagne. Hier wird Siemens Gamesa 62 Offshore-Windturbinen vom Typ SG 8.0-167 DD liefern und diese zehn Jahre lang warten. Sämtliche Turbinen werden in Le Havre hergestellt.

Siemens Gamesa erwartet drei weitere Aufträge für die Offshore-Windprojekte Courseulles sur mer, Dieppe le Tréport und Yeu Noirmoutier mit insgesamt fast 1500 MW zusätzlicher Kapazität.

Darüber hinaus hat Siemens Gamesa ein Konsortium unter Führung von GTM Normandie-Centre, einer Tochtergesellschaft von VINCI Construction France, für den Bau seines Offshore-Windkraftwerks in Le Havre ausgewählt. Das neue Werk wird am Kai Joannès Couvert im Hafen von Le Havre errichtet. Der 20 Hektar große Standort wird der erste weltweit sein, in dem alle Hauptkomponenten für Offshore-Windturbinen unter einem Dach gefertigt werden. Die Inbetriebnahme des Werks ist zwischen Ende 2021 und Anfang 2022 vorgesehen. In dem Werk sollen bei voller Auslastung etwa 750 direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen, insbesondere in den Bereichen Verbundwerkstoffe, mechanische Montage und Logistik.