Foto: bdew - AG Energiebilanzen

Energiewende

Nur 17 Prozent der genutzten Energie nachhaltig erzeugt

Mit Verweis auf ihren geringen Anteil am Primärenergieverbrauch mahnt der Energiewirtschaftsverband BDEW zum konsequenten Ausbau der Erneuerbaren.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat den Erneuerbare-Energien-Anteil im vergangenen Jahr von 17 Prozent am Primärenergieverbrauch in Deutschland als Zahl der Woche eingestuft, um die Dringlichkeit einer kompletten Energiewende zu verdeutlichen. Zwar sei fast 50 Prozent des im vergangenen Jahr in Deutschland verbrauchten Stroms aus der Erzeugung von Erneuerbare-Energien-Anlagen gekommen. Doch der Anteil der Erneuerbaren falle deutlich geringer aus, wenn es zusätzlich auch um den gesamten Energieverbrauch gehe: auch in den Nutzungssektoren außerhalb der Stromversorgung wie im Verkehr, in der Wärme- und Kälteversorgung der Gebäude sowie in den Prozessanlagen der Industrie- und Gewerbeproduktion – und wenn auch der Energieverbrauch zum Betrieb der Energieerzeugungsanlagen und zum Energie- oder Treib- und Brennstofftransport mitzähle. Im Vergleich zu den nur 17 Prozent Anteil des Erneuerbare-Energien-Beitrags an diesem Primärenergieverbrauch entfalle der Großteil der 2020 verbrauchten 11.784 Petajoule auf fossile Quellen mit teilweise ungleich größeren Anteilen: Alleine das Mineralöl mit 34 Prozent Anteil am gesamten Energieverbrauch im Land, aber auch der 26,6-Prozent-Anteil von Erdgas oder der 16-Prozent-Anteil von Braun- oder Schwarzkohle sind gemäß der neuesten Primärenergiestatistik mindestens gleichwertig oder bis zu doppelt so bedeutend.

Die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, sagte dazu:  Es dürfe nicht aus den Augen gelangen, „dass die Energiewende nicht nur eine Stromwende, sondern auch eine Industrie-, Wärme- und Verkehrswende ist. … Der konsequente Ausbau der Erneuerbaren ist die Grundvoraussetzung … für deren Versorugung mit grünem Strom sowie die Produktion von grünem Wasserstoff.“

So weisen die vom BDEW schon Ende April erstmals präsentierten Primärenergieverbrauchsdaten vom vergangen Jahr erneut auf den Stillstand der Energiewende außerhalb des Stromsektors hin: Während Deutschland vor allem infolge der Coronapandemie und des einhergehenden Lockdowns für Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft 2020 insgesamt acht Prozent weniger Energie verbrauchte als im Vorjahr, nahm der Erneuerbaren-Anteil am Gesamtenergieverbrauch um nur drei Prozent zu.

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Foto: LUT & Energy Watch Group

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