Foto: EEW-Gruppe

Offshore-Markt

Politik lässt die Offshore-Industrie hängen

Alle 31 Fundamente für den Offshore-Park Deutsche Bucht sind installiert. Die Branche liefert, während die Politik schweigt. Wann kommt der Sonderbeitrag?

Nicole Weinhold

Bei EEW Special Pipe Constructions GmbH fand Ende 2018 die Verladung der letzten drei Monopiles für das deutsche Offshore Windprojekt Deutsche Bucht im Rostocker Hafen statt.

Insgesamt wurden 31 Fundamente im RoRo-Verfahren mit eigenen SMTPs auf die Barge verladen. Deutsche Bucht, die dritte Offshore Wind Farm des kanadischen Stromerzeugers Northland Power, war das erste Projekt, bei dem EEW SPC die Verladung in Eigenregie übernommen hat. Von Rostock wurden die Monopiles nach Cuxhaven gebracht. Inzwischen sind alle Fundamente auf See erfolgreich installiert.

Sonderbeitrag für Offshore muss 2019 kommen

Derweil ist die deutsche Offshore-Branche besorgt über die deutsche Politik. Der Bundestag hatte im November das Energiesammelgesetz beschlossen. Der Bundesrat ließ das Gesetz Ende 2018 passieren. Wesentlicher Bestandteil des Gesetzes ist die Einführung von Sonderausschreibungen für Windenergie an Land und Solar von jeweils 4 GW zwischen 2019 und 2021. Die Stiftung Offshore Windenergie hatte während des Gesetzgebungsprozesses kritisiert, dass sich der Sonderbeitrag Offshore-Windenergie nicht im Gesetz wiederfindet. „Obwohl im Koalitionsvertrag ein kurzfristiger Sonderbeitrag Windenergie auf See klar formuliert ist, findet sich dazu leider nichts im Energiesammelgesetz wieder“ sagte Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung. „Auch eine Erhöhung des Ausbaudeckels für Offshore-Windenergie bis 2030 – von 15 GW auf mindestens 20 GW - ist darin nicht zu finden.“

„Die Offshore-Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil des Erneuerbare-Energien-Mixes, ohne den Klimaschutz und eine nachhaltige Energieversorgung nicht gewährleistet werden kann. In Folge der niedrigen Ausschreibungsergebnisse wäre eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Offshore-Windenergie im Energiesammelgesetz dringend notwendig gewesen. Weil sich die Große Koalition zur Offshore-Windenergie im Koalitionsvertrag bekannt hat, muss dies 2019 dringend nachgeholt und Investitionssicherheit für die Branche hergestellt werden“, so Simone Peter, Präsidentin Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).

Derweil hat Offshore-Hersteller MHI Vestas sein US-Büro in Boston eröffnet. Trotz Trump scheinen die politischen Voraussetzungen für Offshore in den USA derzeit günstiger zu sein als in Deutschland.

Offshoretage 2019

Vom 21. bis 22. März 2019 erwarten wir erneut über 150 Teilnehmer in der weißen Stadt am Meer - in Heiligendamm.

Das Tagungsprogramm, die begleitende Ausstellung sowie eine Abendveranstaltung in traumhafter Kulisse bieten

zahlreiche Möglichkeiten zur Information und zum Austausch mit bekannten und neuen Gesichtern der Offshore-Wind-Branche.

Information und Anmeldung hier.

Foto: Julia Nowak/Deutscher Bundestag

AG Akzeptanz

Abstände: "Zone von 1.000 bis 2.000 Metern ums Gemeindegebiet"

Der Abgeordnete Jens Koeppen (CDU) ist Mitglied der AG Akzeptanz, die für die Akzeptanz der Windkraft bisher keine Einigung erzielt hat. Ein Interview.

Die Netzentgelte steigen dabei immer weiter.
Foto: PixMedia - Fotolia.com

Abgabe ohne Konzept?

Netzkosten könnten 2019 um 2 Milliarden Euro steigen

Intransparenz und Kostenexplosion: Agora Energiewende fordert umfassende Reform der Netzkosten und schlägt vier Erste-Hilfe-Maßnahmen vor.

Hollandse Kust Zuid

Zehn-MW-Turbinen für subventionsfreien Windpark

Der Prototyp ist noch nicht errichtet. Doch Vattenfall wird mit der Zehn-MW-Anlage von Siemens-Gamesa einen subventionsfreien Meereswindpark bauen.

Foto: Vattenfall, Salt X

Flexible Lasten und Stromspeicher

Vattenfall speichert Ökostrom in Salz

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat in Berlin einen Salzspeicher errichtet. Spezielle Salzkörner speichern überschüssigen Ökostrom aus der Region.