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Nach sechs Monaten

Positive Bilanz: Batteriespeicher reduziert Lastspitzen

Stärkehersteller Ingredion und Vattenfall ziehen nach sechs Monaten Betrieb positives Fazit: Speicher reduziert Kosten und stabilisiert Stromnetz.

Inhaltsverzeichnis

Katharina Wolf

Eine positive Bilanz über den Einsatz eines Batteriespeichers zur Lastspitzenreduzierung haben jetzt der Speisestärkehersteller Ingredion und der Energiekonzern Vattenfall gezogen. Die seit Ende vergangenen Jahres auf dem Hamburger Firmengelände installierte Peakshaving Batterie habe erheblich dazu beigetragen, Ingredions Stromabnahmespitzen zu reduzieren und so sein Lastprofil zu glätten.

Die Speicherkapazität der Batterie beträgt nach Angaben Vattenfalls rund eine Megawattstunde (MWh). Sie besteht aus 24 Lithium-Ionen-Akkus, die auch in Fahrzeugen des Typs BMW i3 eingesetzt werden.

Batteriespeicher reduziert Netzentgelt für Industriekunden

Ein gleichmäßiges Abnahmeprofil reduziert Stromabnahmespitzen, die das Netz belasten. Gleichzeitig können in Zeiten erhöhter Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien die Batterien aufgeladen werden. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien seien Lithium-Ionen-Batterien ein geeignetes Instrument, die benötigte Flexibilität in den Stromnetzen sicherzustellen, so Vattenfall.

Neben dieser technischen Komponente kann sich der Einsatz von Batterien auch betriebswirtschaftlich lohnen: Anders als bei Privatkunden setzen sich die Netzentgeltkosten für Industriekunden (mit einem Energieverbrauch von 100.000 kWh und mehr) nicht nur aus dem Arbeitspreis, sondern auch aus dem Leistungspreis zusammen. Die eigens entwickelte Software erkennt mit Hilfe eines Algorithmus frühzeitig Lastspitzen und kappt diese, bevor hohe Netzentgelte verursacht werden. Der Batteriespeicher liefert sofort den zusätzlich benötigten Strom.

Batterie-Anlagenpachtmodell abgeschlossen

Niels Johannssen, CI Manufacturing Manager von Ingredion betont: „Bereits nach dem ersten halben Jahr konnten wir eine positive Bilanz ziehen: Wir haben die Lastspitzen deutlich reduziert und können damit zu einer konstanteren Stromabnahme aus dem öffentlichen Netz beitragen. Das erhöht die Netzstabilität und die Integration der erneuerbaren Energien.“

Die Kooperation mit Ingredion erfolgt im Rahmen eines Batterie-Anlagenpachtmodell für Industriekunden, so Vattenfall. In diesem Modell übernimmt das Energieunternehmen die Investition in den Batteriespeicher, plant und errichtet den Speicher beim Kunden. Der Kunde wiederum betreibt die Anlage vollverantwortlich, während die Wartung und Instandhaltung von Vattenfall übernommen werden.

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