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Foto: Energiequelle GmbH
Der französische Windpark La Chapelle-Glain, in der Region Pays de la Loire im Département Loire-Atlantique.

Projektentwickler

„So viele Genehmigungen lagen uns noch nie vor“

Die Energiequelle GmbH zeigt sich trotz Corona erfolgreich und blickt positiv in die Zukunft.

Ein positives Signal für die deutsche Windbranche. Beim Planer und Betriebsführer Energiequelle sind die Auftragsbücher der nächsten Jahre gut gefüllt. 19 Windenergieanlagen, drei Solarparks und zwei Umspannwerke befinden sich derzeit im Bau. So gab Energiequelle im Dezember den Baustart einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 14,7 MW in der ehemaligen französischen Festungsstadt Decize bekannt. Das Projekt wurde in der Ausschreibung CRE 4.6 im September 2019 erfolgreich bezuschlagt. Besondere Vorgabe: der ökologische Fußabdruck durfte 450 kg equivalent CO2/kW für die Module nicht überschreiten. Auf 15,6 Hektar wurden in den vergangenen Monaten rund 36.000 Module mit 405 Watt vom chinesischen Herstellers Talesun errichtet. Solarenergie gewinnt zwar an Bedeutung, gleichwohl spielt auch Wind weiter eine wichtige Rolle. 

Genehmigungen mit 160 MW liegen vor

Darüber hinaus liegen Genehmigungen mit einer Gesamtleistung von 160 MW vor, weitere 46 MW werden erwartet. Davon verteilen sich 84 MW auf den deutschen Markt, 98 MW auf Finnland und 24 MW auf Frankreich. Michael Raschemann ist dankbar für die große Pipeline: „Das gesamte Team hat trotz Corona, Home-Office und den damit zusammenhängenden Herausforderungen hervorragende Arbeit geleistet. So viele Genehmigungen wie dieses Jahr lagen uns noch nie vor. Ich blicke mehr als positiv in die Zukunft“, so Inhaber und Geschäftsführer Michael Raschemann, der sich darauf jedoch nicht ausruht. So arbeitet Energiequelle mit einer eigenen Abteilung an innovativen Energieversorgungslösungen in den Bereichen Elektro- und Wasserstoffmobilität, Power-to-X und Energiemonitoring, vor allem für Gewerbekunden. Am Hauptstandort in Kallinchen wird aktuell zudem ein intelligentes Ladekonzept für E-Mobilität realisiert.

50 MW errichtet – auch in Finnland und Frankreich

Die Energiequelle GmbH hat 2020 trotz Corona 80 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Das Ergebnis beruht auf der Errichtung von 15 Windenergie- und PV-Anlagen mit knapp 50 MW. Alle Projekte sind verkauft oder werden es. Unter den Projekten auch ein Repowering-Projekt: In Esterwegen sind im November zwei neue Windenergieanlagen in Betrieb gegangen. Drei in 2002 errichtete Anlagen des Typs Enercon E-58 mit einer Nabenhöhe von 70 Metern und einer Generatorleistung von jeweils einem MW wurden gegen zwei Enercon E-138 Anlagen mit einer Nabenhöhe von 160 Metern und einer Leistung von je 4,2 MW ersetzt. Die Leistung des Parks wurde damit von 3 MW auf 8,4 MW erhöht. Außerdem hat die Energiequelle GmbH Ende Oktober im südbrandenburgischen Großrössen, in der Gemeinde Falkenberg, zwei Anlagen in Betrieb genommen. Die beiden Enercon-Anlagen des Typs E-138 haben eine Gesamtleistung von 7 MW und ergänzen die bereits in 2017 von Energiequelle errichtete E-115-Anlage im Windpark. Typisch für die Schattenseiten des Planungsalltags: Das Projekt war bereits seit 2012 in der Planung. Doch eine Klage im ersten Bauabschnitt sowie eine Umgenehmigung erschwerten die Umsetzung. Im vergangenen Sommer kamen erste Anlagen in Finnland hinzu: der Windpark Paltusmäki in der Region Nordösterbotten, drei Kilometer von der Küste des Bottnischen Meerbusens entfernt, mit fünf Anlagen des Typs Enercon L-147, mit einer Leistung von 4,3 MW und einer Nabenhöhe von 132 Metern. Der französische Windpark La Chapelle-Glain (Foto) in der Region Pays de la Loire im Département Loire-Atlantique ist im September erfolgreich in Betrieb gegangen. Entwickelt und gebaut wurde er von der Energiequelle Tochter P&T Technologie. Der Park umfasst fünf Enercon-Anlagen des Typs E-92 mit einer Gesamtleistung von 11,75 MW. Weitere 30 MW sind in der Betriebsführung hinzugekommen, wodurch die Zahl der betreuten Anlagen auf knapp 800 angewachsen ist. Allein durch die Windstromproduktion kann Energiequelle damit über 820.000 Haushalte versorgen.

Das Unternehmen beschäftigt inzwischen fast 300 Mitarbeiter an 15 Standorten und hat europaweit mehr als 750 Anlagen errichtet. 

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