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PV-Dächer als Standard für Neubauten

Solarpflicht Bayern: Offener Brief an Söder

In einem offenen Brief fordern Umweltverbände in Bayern Ministerpräsident Markus Söder auf, die von ihm im Juli angekündigte Solarpflicht umzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Bayerische Umweltverbände haben das Warten satt. In einem offenen Brief erinnern sie Ministerpräsident Markus Söder, er habe mit den Worten „Bayern ist Sonnenland“ am 10. Juli eine Solarpflicht in Bayern angekündigt: „Auf allen Neubauten in Bayern soll es künftig Photovoltaik geben.“ Diese solle, so Söder, bereits ab dem Jahr 2021 für gewerbliche Bauten und ab 2022 für private Immobilien rechtssichere Geltung entfalten. Die Vertreter:innen aus Solarinitiativen und Umweltschutzvereinen fordern Markus Söder nun in dem offenen Brief dazu auf, die Solarpflicht in einem bis Ende des Jahres abgeschlossenen Gesetzesvorhaben umzusetzen.

Das Potenzial auf Dachflächen muss voll ausgenutzt werden

Die Novelle der Bayerischen Bauordnung biete eine solche Gelegenheit, so die Verbände. Sie werde am Dienstag, 6. Oktober, als „Gesetzentwurf der Staatsregierung zur Vereinfachung baurechtlicher Regelungen und zur Beschleunigung sowie Förderung des Wohnungsbaus“ im Bauausschuss diskutiert. „Wir begrüßen Markus Söders Initiative für eine Solarpflicht auf Neubauten. Wir erwarten jetzt eine rasche Umsetzung“, sagt Hauke Doerk, Referent für Energiepolitik am Umweltinstitut München. „Der beschleunigte Ausbau der Solarenergie ist unabdinglich für den Klimaschutz. Insbesondere das Potenzial auf Dachflächen muss voll ausgenutzt werden.“

Chance, regionale Wertschöpfung in Bayern zu stärken

Im offenen Brief unterstreichen die Solar- und Umweltverbände ihre Forderung: “Gerade in Zeiten der durch die Corona-Pandemie gebeutelten Wirtschaft bietet ein verstärkter Ausbau der Solarenergie eine große Chance, um die regionale Wertschöpfung in Bayern zu stärken und gleichzeitig die Energiewende voranzubringen. Das betrifft die gesamte Wertschöpfungskette von der Wechselrichter- und Speicherproduktion bis hin zu den montierenden Handwerker:innen vor Ort. Jeder Neubau und jede Gebäudesanierung an Dach und Fassade ohne die Installation von Solaranlagen ist eine über Jahrzehnte vertane Chance für den Klimaschutz.“

Unterzeichnet wurde der Brief vom Umweltinstitut München, dem BUND Naturschutz in Bayern, der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, Landesvertretung Bayern, dem Solarverband Bayern, dem Solarenergieförderverein Bayern sowie der Arbeitsgemeinschaft Bayerische Solarinitiativen.

Das Münchener Umweltinstitut setzt sich im Rahmen der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, dessen Entwurf bereits durchs Kabinett gegangen ist, für eine bundesweite Solaroffensive ein. In dem Papier „10-Punkte-Plan für eine Solaroffensive“ werden notwendige Schritte zum Ausbau der Solarenergie aufgezeigt – darunter eine Solarpflicht auf Neubauten und bei Sanierungen.

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