Mit dem zunehmenden Ausbau von Solaranlagen und Batteriespeichern nimmt die dezentrale Energiewende weiter Fahrt auf. Doch die vielen dezentralen Einheiten erhöhen auch die Zahl der Stellen, an denen sich Hacker einfinden, um Schaden anzurichten oder die Kontrolle der Energiesteuerung zu übernehmen. Doch es gibt Möglichkeiten zum Schutz der Anlagen und Systeme, wie die Expert:innen von SMA herausgearbeitet haben.
1. Die vernetzten Systeme erhöhen das Risiko von Cyberangriffen
Die modernen Energieanlagen in Gebäuden und auf dem Freiland sind miteinander vernetzt. Solaranlagen, Batteriespeicher und das Stromnetz tauschen über das Internet Daten miteinander aus. Nur so wird ein flexibler Betrieb der vielen dezentralen Anlagen möglich. Doch mit jeder Verbindung steigt auch die Zahl potenzieller Angriffspunkte. Die Expert:innen von SMA verweisen hier auf Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Demnach geraten hauptsächlich Solar- und Windkraftanlagen zunehmend ins Visier der Angreifer. Die Zahl der gemeldeten Vorfälle im Energiesektor steige kontinuierlich.
2. Kritische Infrastruktur besser schützen
Die jüngste Stromunterbrechung im Südwesten von Berlin hat die Notwendigkeit des Schutzes der Strominfrastruktur gezeigt. Hier war es ein Brandanschlag. Doch viel öfter greifen Hacker das System an. Auch das kann fatale Folgen haben. Denn eine physische Zerstörung ist nicht notwendig. Auch ein erfolgreicher Angriff kann ganze Regionen lahmlegen. „Ein wirksamer Schutz vor digitalen Bedrohungen ist daher grundlegend, damit Strom jederzeit zuverlässig und sicher bereitgestellt werden kann“, betonen die SMA-Expert:innen.
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Deshalb müssen Wechselrichter zwingend mit modernen Sicherheitsfunktionen ausgerüstet sein. Dazu gehört nicht nur die verschlüsselte Kommunikation oder die Integration einer Firewall, sondern auch die regelmäßige Pflege der Software durch Updates. Dies minimiert die Risiken und schützt die Energieinfrastruktur effektiv. Das hat auch noch Vorteile für den Betrieb der Anlage. Denn die intelligente Vernetzung und Steuerung der Photovoltaikanlage und ein optimiertes Energiemanagement steigern den Eigenverbrauch und senken so die Stromkosten.
3. Auf Zertifizierungen achten
Doch worauf sollten die Hauseigentümer oder Gewerbetreibenden achten, wenn sie sich eine Solaranlage oder einen Batteriespeicher anschaffen? Die Expert:innen von SMA weisen darauf hin, dass Zertifizierungen wie die ISO 27001 eine zentrale Rolle spielen. Denn nur so können die Anwender:innen darauf vertrauen, dass ihre Daten und Systeme sicher sind. Die Zertifizierungen schaffen Transparenz, stärken das Vertrauen und geben Endnutzern eine wichtige Orientierungshilfe.
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4. Gesetzliche Vorgaben beachten
Die regulatorischen Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit werden kontinuierlich verschärft. In der Energiebranche sind umfassende Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen mittlerweile verpflichtend. Ein aktuelles Beispiel ist die EU-Richtlinie NIS-2, die nun in Deutschland umgesetzt wurde. Diese gibt vor, dass Unternehmen der kritischen Infrastruktur verpflichtet sind, ihre Schutzmechanismen weiter auszubauen und ihre Systeme regelmäßig zu überprüfen. Für Endnutzer bedeutet dies: Die Sicherheit der Energieversorgung wird durch klare gesetzliche Rahmenbedingungen auf eine stabile Grundlage gestellt. Die Anwender:innen sollten darauf achten, dass die eingesetzten Wechselrichter die aktuellen gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Sie müssen aber auch in der Lage sein, sich flexibel an neue Vorgaben anzupassen. Dadurch wird der langfristige Betrieb und Einsatz gewährleistet.
Schließlich ist Cybersicherheit mehr als nur ein kleines technisches Detail. Die Anlagenbetreiber:innen sollten den Datenschutz ernst nehmen und ihre digitalen Geräte zuverlässig schützen. Nur so lassen sich die Chancen der Digitalisierung voll ausschöpfen und die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich bewältigen, resümieren die SMA-Datenschutzexpert:innen.