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Akzeptanz schaffen statt Widerstand ernten

Windräder und Solarparks sind mittlerweile fester Bestandteil unserer Landschaft – zumindest technisch gesehen. Emotional ist die Sache komplizierter: Während die einen die Energiewende begrüßen, fühlen sich andere vor den Kopf gestoßen. Das Resultat: langwierige Genehmigungsverfahren, Bürgerinitiativen und jede Menge Frust auf allen Seiten. Dabei gibt es eine elegante Lösung, die allen nutzt: Anrainerstrom.

Was bringt's den Anwohnern?

Die Idee ist simpel: Wer in der Nähe von Wind- oder Solarparks wohnt, bekommt günstigen Ökostrom. Nicht als symbolische Geste, sondern als echte finanzielle Entlastung. Die REZ hat ein Modell entwickelt, bei dem Anlagenbetreiber einen monatlichen Zuschuss auf die Stromrechnung ihrer Nachbarn zahlen. Das schafft konkrete Teilhabe ohne komplizierte Gesellschaftsstrukturen oder Investitionsrisiken für die Bürger.

Hören Sie REZ-Geschäftsführer Walter Delabar in unserem Podcast.

In Prenzlau und Jacobsdorf läuft das Konzept bereits erfolgreich: Über 550 Haushalte nutzen mittlerweile Anrainerstrom. Die Erfahrung zeigt: Wer direkt profitiert, steht den Anlagen deutlich positiver gegenüber. Aus Kritikern werden nicht automatisch Fans, aber zumindest werden aus Gegnern Akzeptanz-Gewinner.

Wie funktioniert das Modell?

Die REZ übernimmt für Betreiber die komplette Entwicklung und Vermarktung. naturstrom vor Ort, einer Tochter der Naturstrom AG liefert den Strom, die REZ koordiniert die Partnerschaft und kümmert sich ums Marketing. Der Betreiber zahlt einen monatlichen Zuschuss pro Kunde – planbar und überschaubar. Für die Anwohner bedeutet das: einfacher Wechsel, keine versteckten Kosten, echte Ersparnis.

Sehen Sie eine Fachdiskussion unseres Magazins über den Strompreis.

Die Kosten? Überschaubar: eine pauschale Summe für die Einrichtung eines Anrainertarifs, dazu der individuelle Zuschuss pro Kunde. Durch Anpassung des Einzugsgebiets lassen sich die jährlichen Ausgaben gut kalkulieren. Verglichen mit den Kosten für langwierige Genehmigungsverfahren oder gar gescheiterte Projekte ist das ein Schnäppchen.

Und es funktioniert

Die Praxis zeigt: Anrainerstrom ist mehr als reines Marketing. Es ist ein wirksames Instrument, um echte Akzeptanz vor Ort zu schaffen. Gerade in Zeiten, in denen jedes Projekt zählt und jeder Monat Verzögerung teuer wird, lohnt sich der Aufwand. Die Energiewende braucht nicht nur Megawatt, sondern auch Mitstreiter. Anrainerstrom macht aus Betroffenen Beteiligte – und das ist mehr wert als jede schnöde Werbekampagne.

 

Autor: Walter Delabar ist seit 2012 Geschäftsführer des Betriebsführers Regenerative Energien Zernsee GmbH & Co. KG mit Büros in Berlin und im Rheinland.
Kontakt: w.delabar@rez-windparks.de