Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Wer einen Windpark plant, muss nicht nur wissen, wie stark der Wind an einem Standort weht. Auch seine Schwankungen spielen eine Rolle: Turbulenter Wind kann die Belastung von Rotorblättern und Turm erhöhen und beeinflusst damit die Auswahl geeigneter Windenergieanlagen. Für die Ertragsprognose ist die Turbulenzintensität ebenfalls relevant. Mit dem neuen Windatlas D-1km.E5 stellt die Anemos GmbH nach eigenen Angaben erstmals für ganz Deutschland hochaufgelöste Daten zu diesem Parameter bereit.
Lesen Sie mehr zum Thema Windgutachten.
Die Turbulenzintensität, kurz TI, liegt im Datensatz als Zehn-Minuten-Zeitreihe vor. Statt für eine Berechnung lediglich einen pauschalen Wert anzusetzen, lassen sich so zeitliche Veränderungen berücksichtigen. Zudem können die Daten standortgenau kalibriert werden. Das zugrunde liegende Verfahren entwickelte Anemos im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekts Otello.
Messungen zur Überprüfung genutzt
Für die Validierung und Optimierung des Parameters zog Anemos 31 Mastmessungen heran. Nach Angaben des Unternehmens bilden die korrigierten Werte die gemessenen Verläufe deutlich besser ab als die unkorrigierten Modelldaten. Die Messungen dienten damit nicht allein der Überprüfung: Sie flossen auch in die Verbesserung der bereitgestellten TI-Werte ein.
Anemos-Interview zu Bankfähigkeit
Für Planer ist diese Unterscheidung wichtig. Ein deutschlandweit verfügbarer Datensatz schafft zunächst eine einheitliche Grundlage für die Betrachtung verschiedener Standorte. Wie gut sich die Bedingungen an einem konkreten Standort abbilden lassen, hängt aber auch von der Kalibrierung ab. Die Möglichkeit, Modelldaten mit lokalen Informationen abzugleichen, ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Angebots.
Zeitliche Schwankungen bei Abschattungsverlusten beachten
Besonders nützlich sollen die Zeitreihen bei der Berechnung von Abschattungsverlusten sein. Windenergieanlagen entziehen der Luftströmung Energie; dahinter liegende Anlagen können dadurch weniger Wind abbekommen. Die Turbulenzintensität ist ein Parameter solcher Berechnungen. Da sie sich im Tages- und Jahresverlauf stark verändert, kann ein einheitlich angesetzter Wert relevante Unterschiede verdecken. Laut Anemos besteht dann das Risiko, Abschattungsverluste zu unterschätzen.
Kennen Sie schon unseren Youtube-Kanal? Jetzt abonnieren und Podcasts und Videos kostenlose nutzen.
Die Zehn-Minuten-Auflösung erlaubt es, diese Veränderungen in Berechnungen einzubeziehen, statt sie über längere Zeiträume zu einem einzigen TI-Wert zusammenzufassen. Das kann insbesondere dann von Bedeutung sein, wenn geringe Unterschiede in der Verlustberechnung die Einschätzung eines Projekts beeinflussen. Eine genauere Datengrundlage ersetzt allerdings nicht die Prüfung der jeweiligen Standortbedingungen.
Mit Blick auf anstehende Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz erwartet Anemos, dass präzise Berechnungen weiter an Bedeutung gewinnen. Welche Folgen sich daraus für einzelne Projekte ergeben, hängt von den konkreten Änderungen und den jeweiligen Planungsbedingungen ab.
Vorstellung im November in Linstowanemos will den Datensatz bei den Windenergietagen in Linstow vorstellen. Interessierte können sich nach Unternehmensangaben am Stand 176 sowie im Anemos Forum 2 am 11. November 2026 darüber informieren. Im Mittelpunkt steht ein bislang nicht deutschlandweit in dieser Form verfügbarer Planungsparameter: die zeitlich aufgelöste und standortbezogen kalibrierbare Turbulenzintensität.