Halbleitertechnik mit Halbleitertechnik produziert: Die neue Chipfabrik von Global Foundries in Dresden nutzt den eigenen Sonnenstrom vom Dach, um die Produktionsmaschinen anzutreiben. Dazu hat der Projektierer Kraftwerk Renewable Power Systems (RPS) alle Dachflächen der Halbleiterproduktionsstätte, auf denen es statisch möglich war, mit Solarmodulen ausgestattet.
Nachhaltige Halbleiterindustrie
Insgesamt 13.542 Module liefern jedes Jahr rund 5,4 Millionen Kilowattstunden sauberen Sonnenstrom, der komplett vor Ort genutzt wird. Die Inbetriebnahme der Anlage erfolgte in Kooperation mit dem Verteilnetzbetreiber Sachsen Netze. „Mit der neuen Photovoltaikanlage reduzieren wir nicht nur unsere CO2-Emissionen, sondern setzen ein Zeichen für eine nachhaltigere Halbleiterindustrie“, erklärt Manfred Horstmann, General Manager von Global Foundries Dresden. „Die Zusammenarbeit mit dem Team von Kraftwerk RPS war geprägt von technischen Anforderungen“, erinnert er sich.
Trafostationen gebaut
Denn die Projektierung und Installation der Anlagen war nicht ohne Herausforderungen. Eine besondere Aufgabe bestand darin, die Anlage in das interne Mittelspannungsnetz der Halbleiterfabrik zu integrieren – bei laufender Produktion. Dazu konzipierten die Projektierer von Kraftwerk die Einspeisung an drei definierten Punkten. Diese wurde mittels speziell gefertigter Trafostationen in Containerbauweise realisiert.
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Mittelspannungsnetz angepasst
Doch das werkseigene Mittelspannungsnetz musste auch um einen Kilometer erweitert werden. Dabei haben die Handwerker die neuen Leitungen konsequent durch die vorhandenen Kabelschächte und die bestehenden Verlegesysteme geführt.
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Zudem mussten sie die Schutz- und Messtechnik der bestehenden Elektroanlage an die Anforderungen der technischen Anschlussregeln an die Mittelspannung (VDE-AR-N 4110) anpassen. Dazu haben die Handwerker sämtliche Komponenten der Photovoltaikanlage in die Leittechnik sowie die Brandmeldezentrale des Standorts integriert. „Die Anlage zeigt, wie sich Solarstrom strategisch in industrielle Energieflüsse einbinden lässt – effizient, nachhaltig und wirtschaftlich“, sagt Karsten Schulte, Geschäftsführer von Kraftwerk RPS. „Entscheidend dafür ist das elektrotechnische Engineering: Wir haben Planung, Auslegung und Netzintegration so verantwortet, dass sich die Anlage nahtlos in die bestehende Infrastruktur einfügt und die Anforderungen einer hochsensiblen Produktion zuverlässig erfüllt.“
Auch die Vordächer genutzt
Auch die Installation war nicht trivial. Denn nur ein Teil der Dächer hat eine ausreichende Traglastreserve für die Installation der schweren Solaranlage. Um möglichst viele Flächen mit Modulen zu belegen, wurden auch mehrere Vordächer genutzt. Diese haben die Experten von Kraftwerk mit einer Stahlunterkonstruktion in die Gebäudestruktur integriert, über die die statischen Lasten abgeleitet werden.