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PV-Symposium: Großes Potenzial für schwimmende Solaranlagen in Deutschland

Je nach Anlagendesign könnten zwischen 13,7 und 19,1 Gigawatt Photovoltaik in Deutschland auf künstlichen Seen entstehen, wenn diese nur zu 15 Prozent mit der Solaranlage bedeckt sind. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Karolina Baltins vom Fraunhofer ISE, die sie auf dem diesjährigen PV-Symposium im Kloster Banz in Bad Staffelstein vorgestellt hat.

Bis zu 32 Gigawatt möglich

Sie hat mit einem geographischen Informationssystem (GIS) zunächst alle künstlichen Gewässer in Deutschland aufgelistet – ohne die neu entstehenden Flächen in den Braunkohlerevieren in der Lausitz und im Rheinischen Revier in Nordrhein-Westfalen. Danach hat sie alle Gewässer mit einer Fläche von weniger als einem Hektar herausgestrichen und für die übrigen Seen die technisch installierbare Photovoltaikleistung ausgerechnet.

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Dabei ist sie auf die 13,7 Gigawatt zu installierender Leistung gekommen, wenn die Anlagen nach Süden ausgerichtet sind. Wird die Anlage nach Ost und West ausgerichtet, ist sogar eine Leistung von 19,1 Gigawatt möglich. Wenn die Belegung auf 25 Prozent der Wasserfläche steigen könnte, würde sich ein technisch machbares Potenzial von 22,8 bis 32 Gigawatt ergeben – je nach Ausrichtung der Module.

Rechtlich zulässig ist nur ein Bruchteil des Potenzials

Doch das technische Potenzial ist für den tatsächlichen Ausbau kaum erreichbar. Denn rechtliche Bestimmungen verringern die vorhandene Fläche. So ist im deutschen Wasserhaushaltsgesetzes nicht nur die Bedeckung der Wasserfläche mit der Solaranlage auf 15 Prozent begrenzt, sondern auch der Abstand zum Ufer auf mindestens 40 Meter festgelegt. „Unter Berücksichtigung der rechtlichen Beschränkungen beträgt die geschätzte installierte Leistung für ein nach Süden ausgerichtetes Floating-PV-System in Deutschland etwa drei Gigawatt“, sagt Karolina Baltins. „Für ein nach Ost-West ausgerichtetes System liegt die installierbare Leistung bei etwa 4,2 Gigawatt. Das bedeutet, dass sich das Potenzial in Deutschland unter Berücksichtigung der rechtlichen Kriterien um 10,7 beziehungsweise 14,9 Gigawatt je nach Ausrichtung des Systems reduziert.“

Technisch machbares Potenzial ausnutzen

Karolina Baltins hat dies mit den Potenzialen in Italien verglichen. Dort bestehen keine rechtlichen Restriktionen, was die Belegung von künstlichen Gewässern mit Solaranlagen betrifft. Das technisch machbare Potenzial kann voll ausgenutzt werden – abzüglich der Hürden, die einen wirtschaftlichen Betrieb behindern. Das betrifft unter anderem den Weg von der Solaranlage zum Netzanschlusspunkt.

Italien: Weniger Fläche aber mehr Potenzial

Das Ergebnis ist klar. In Italien sind – je nach Ausrichtung der Anlage – 11,4 bis 19 Gigawatt Solarleistung möglich, bei 15 Prozent Belegung der Gewässerfläche. Dieses Potenzial ist zwar zunächst niedriger als in Deutschland, weil in Italien weniger Gewässerflächen zur Verfügung stehen. Doch durch die rechtlichen Restriktionen sinkt das Potenzial in Deutschland auf ein Viertel der installierbaren Leistung auf italienischen Stau-, Bagger- und Kiesseen. „Diese Ergebnisse geben einen Einblick, wie die rechtlichen Beschränkungen in Deutschland das Potenzial von Floating-PV-Anlagen im Vergleich zu Italien beeinflussen, wo keine klaren Vorschriften bestehen“, resümiert Karolina Baltins. (su)

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