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Solarverband warnt vor steigenden Kosten für Solarparks durch politische Auflagen

Sollte das sogenannte Netzpaket inklusive Abregelungen der Anlagen ohne Entschädigung sowie das EEG wie geplant durchgesetzt werden, droht der Strom aus Solarparks deutlich teurer zu werden. Denn dann wird sich der Bau von Solarparks deutlich verteuern, was wiederum den Ausbau bundesweit bremst. Davor warnt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Keine neuen Marktbarrieren einführen

Er verweist darauf, dass der Strom aus solaren Freiflächenanlagen derzeit rund fünf Cent pro Kilowattstunde kostet. Damit gehört dieser Strom zu den preiswertesten, die ins deutsche Netz fließen. Die Bundesregierung ist angetreten, die Kosten für die Energiewende weiter zu senken. Die geplanten Regelungen im Netzpaket und im EEG könnten jedoch das Gegenteil bewirken: Sie würden ausgerechnet eine der günstigsten Stromerzeugungsarten verteuern und neue Investitionen erschweren, warnt der BSW-Solar.

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Der Branchenverband fordert den Verzicht auf geplante regulatorische Marktbarrieren und Kostentreiber. Denn nach Schätzungen des BSW-Solar würden ohne Nachbesserungen die Stromerzeugungskosten neuer Solarparks um mehr als einen Cent pro Kilowattstunde steigen. Zu den Kostentreibern zählen nach Einschätzung des Verbandes unter anderem die von der Bundesregierung geplante teilweise Streichung von Entschädigungszahlungen während temporärer Netzengpässe und die vorgesehene Begrenzung der Einspeiseleistung.

BSW-Solar warnt vor solaren Sperrzonen

Vor allem der sogenannte Redispatchvorbehalt, also die Abregelung ohne Entschädigung, wirkt sich hier besonders stark aus. Denn dann bekommen Solarparks in Regionen mit häufigen Netzengpässen schlechtere Einspeisebedingungen. Anlagen in diesen Gebieten wären dann nicht mehr finanzierbar, weil die Erträge nicht mehr planbar sind. Betroffen wären große Teile Deutschlands. „Es darf nicht dazu kommen, dass temporäre Netzengpässe faktisch zu solaren Sperrzonen führen“, kritisiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW‑Solar. „Netzprobleme müssen durch einen schnelleren Netzausbau, Speicher und eine intelligentere Nutzung der Netze gelöst werden – nicht dadurch, dass der Bau neuer Solarparks zum Erliegen kommt.“

Abgaben und Auflagen verteuern Solarstrom

Aber auch die geplanten Netzentgelte für die Einspeisung von Solarstrom sowie zusätzliche kommunale Abgaben und die derzeit geplante Ausgestaltung der geplanten Differenzverträge (Contracts for Difference – CfD) wirken als Kostentreiber für den Solarstrom. „Solaranlagen sind ein Kostensenker der Energiewende. Wer sie mit neuen Abgaben und Auflagen belastet, macht Strom nicht günstiger, sondern teurer“, warnt Carsten Körnig.

EEG und Netzpaket – nur kosmetische Korrekturen aus dem Wirtschafsministerium

Deshalb fordert der Branchenverband den Bundestag auf, die Gesetzentwürfe des CDU-geführten Bundeswirtschaftsministeriums grundlegend zu überarbeiten und auf neue Marktbarrieren zu verzichten. Andernfalls würde der derzeit gesetzlich festgelegte Höchstwert bei Solarparkausschreibungen von 5,9 Cent pro Kilowattstunde für die Mehrzahl künftiger Projekte zu einer unüberwindbaren Finanzierungshürde werden. Sollte der Bundestag die Regelungen so abnicken, wie sie sind, müsste dieser Höchstwert auf 7,5 Cent pro Kilowattstunde steigen, um den gesetzlich festgelegten Ausbau einzuhalten.

Kosten steigen ohnehin schon

Der Verband warnt, dass sich schon jetzt die wirtschaftlichen Bedingungen für neue Solarparks aufgrund von steigenden Kosten für Netzanschlüsse, zusätzlichen Abgaben in den Bundesländern und Erlösverschiebungen in Zeiten mit negativen Strompreisen verschlechtert haben. „Wenn mehrere neue Belastungen gleichzeitig auf die Projekte zukommen, können bislang wirtschaftliche Solarparks unrentabel werden“, warnt Carsten Körnig. „Betroffen wären sowohl Projekte mit EEG-Förderung als auch Solarparks, die ihren Strom ohne Förderung direkt am Markt verkaufen.“

Agri-PV und Moor-PV besonders betroffen

Dies würde sich auch – oder vor allem – auf sogenannte besondere Anlagen niederschlagen. Dazu gehören neben Agri-PV-Anlagen auch schwimmende Solaranlagen, solare Parkplatzüberdachungen und Moor-PV‑Projekte. Denn diese sind an den Standort gebunden, während herkömmliche Freiflächenanlagen auch in Regionen errichtet werden könnten, die von Abregelungen nicht betroffen sind.

BSW-Solar kritisiert StromVKG: Weiter hohe Hürden für Speicher

Hier kommt erschwerend hinzu, dass das Bundeswirtschaftsministerium plant, das eigene Ausschreibungssegment zu streichen. Stattdessen solle ein Bonus in Höhe von 0,5 Cent pro Kilowattstunde eingeführt werden. „Der vorgesehene Bonus reicht für einen breiten Markthochlauf von Agri-PV und Moor-PV nicht aus. Gleichzeitig würden Parkplatz- und schwimmende Solaranlagen nicht berücksichtigt“, erklärt Carsten Körnig. „Da solche Anlagen konstruktionsbedingt häufig höhere Kosten verursachen als klassische Solarparks, sollten sie weiterhin ein eigenes Ausschreibungsvolumen erhalten. Andernfalls blieben sie eine Nischenanwendung“, warnt der BSW-Solar-Chef.