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Dienstwagen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Umweltbelastung durch den Straßenverkehr. Auf sie entfallen laut einer aktuellen Analyse von Transport & Environment (T&E) 59 Prozent der Neuzulassungen und 78 Prozent der von Neuwagen verbrauchten Ölimporte. In Deutschland aber würden Verbrenner weiterhin höher subventioniert als E-Automobile. Damit sei, so folgert die Analyse, das Land in Europa Nachzügler bei der Elektrifizierung von Unternehmensflotten.
Unternehmen erhielten hierzulande für fossil betriebene Firmenwagen im Durchschnitt eine Nettoförderung von rund 10.000 Euro – mehr als doppelt so viel wie in jedem anderen EU-Mitgliedstaat, heißt es in einer Presseinformation des europäischen Verbandes, der sich für ein emissionsfreies Mobilitätssystem einsetzt. Untersucht wurde, ob die niedrigeren Steuern für E-Autos den höheren Kaufpreis bei einer Nutzungsdauer von vier Jahren ausgleichen. Einbezogen wurden zudem die drei wichtigsten unternehmensspezifischen Steuern: Sachbezüge, Abschreibungen und Vorsteuerabzüge.
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50 Cent Subventionen pro Liter Benzin
Laut Analyse ist Deutschland das einzige große EU-Land, das den Kraftstoffverbrauch von gewerblichen Pkw faktisch subventioniert. Während Frankreich für jeden Liter Benzin, den ein Firmenwagen über seine Lebensdauer verbraucht, Steuereinnahmen von umgerechnet 10,30 Euro erzielt, gewährt Deutschland einen steuerlichen Vorteil von 0,50 Euro pro Liter.
Zudem ermittelte die Untersuchung, dass hierzulande die steuerliche Begünstigung höher ausfällt, je größer und klimaschädlicher ein Verbrenner-Firmenwagen ist. Ein Verbrenner des B-Segments erhalte über einen Zeitraum von vier Jahren einen Nettovorteil von bis zu 1.800 Euro. Bei einem Verbrenner des E-Segments stiegen diese auf bis zu 6.190 Euro.
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„Deutschland kämpft mit den Folgen der Ölkrise und einer angeschlagenen Autoindustrie, fördert aber weiterhin Verbrenner-Firmenwagen mit Milliarden“, sagt Friederike Sommerfeld, Senior-Referentin für E-Mobilität bei T&E Deutschland. „Das ist weder wirtschaftlich noch klimapolitisch sinnvoll.“ Sie forderte, die steuerlichen Anreize für fossile Firmenwagen zu beenden und damit den Umstieg auf elektrische Firmenwagen zu beschleunigen.
Belegien und Frankreich zeigen, wie es gehen könnte
Der Blick auf mehrere europäische Nachbarländer zeige, wie Steuerpolitik wirken könne, hieß es weiter. So habe Belgien seine steuerlichen Regeln für Firmenwagen reformiert und den Anteil elektrischer Fahrzeuge in Unternehmensflotten von 8,8 Prozent im Jahr 2021 auf 54,2 Prozent im Jahr 2025 gesteigert. Verbrenner dürften von Unternehmen nicht mehr abgeschrieben werden. Frankreich habe die Besteuerung fossiler Firmenwagen über eine Neuzulassungssteuer verschärft und dadurch Rekordwerte bei der Elektrifizierung von Flotten erreicht.
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T&E fordert deshalb, die geplante europäische Verordnung für saubere Unternehmensflotten („Clean Corporate Vehicles Regulation“) schnell umzusetzen. Sie würde Mitgliedstaaten verpflichten, den Anteil emissionsfreier Fahrzeuge in großen Unternehmensflotten deutlich zu erhöhen und Subventionen nur noch für E‑Autos zu gewähren, die in Europa hergestellt werden. Ergänzend brauche es in Deutschland eine Reform der Dienstwagenbesteuerung, die die Begünstigungen von Verbrennern und Plug-in-Hybriden für Dienstwagennutzende abbaut.