Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Das Oktoberfest in München zieht jährlich Millionen von Menschen aus aller Welt an. Umso peinlicher ist es, wenn in den Festzelten der Strom ausfällt, wie es im vergangenen Jahr mehrmals vorgekommen ist. Der Grund: Die Elektrifizierung der Gastronomie des Volksfestes schreitet aufgrund der drastisch gestiegenen Gaspreise nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine mit großen Schritten voran.
Netzanschluss am Limit
Das ist zwar ein Vorteil, weil dadurch die CO2-Emissionen erheblich gesenkt werden können. Allerdings stößt damit die Netzanschlussleistung der Festzelte auf Mittelspannungsebene an ihre Grenzen. Ein großes Festzelt hat eine Anschlussleistung von 420 Kilowatt. Inzwischen steigt der Leistungsbedarf aber zu Spitzenzeiten auf weit über 500 Kilowatt. In diesen Zeiten läuft der Netzanschluss permanent in Überlast.
Die Stadtwerke München (SWM) können die Anschlussleistung zwar erhöhen, aber zu unverhältnismäßig hohen Kosten. Denn die physikalischen Grenzen des Netzes sind ausgereizt. Die Trafostationen in der Gegend laufen während des Oktoberfestes am Limit. Um die Infrastruktur auszubauen, müssten die SWM nicht nur die Mittelspannugstrafos ausbauen, sondern auch die Niederspannungshauptverteilung. Dies stünde logistisch und wirtschaftlich in keinem Verhältnis.
Stromausfall ist absoluter Albtraum
Deshalb sichern sich die Betreiber der Festzelte von Löwenbräu und Pschorr-Bräurosl – in beiden Zelten gingen im vergangenen Jahr mindestens einmal die Lichter komplett aus – ihre Stromversorgung mit drei Großspeichern. „Ein Stromausfall im voll besetzten Zelt ist der absolute Albtraum für jeden Wirt“, weiß Matthias Poeting, Geschäftsführer von MP Elektrotechnik München.
Co-Location in München: Über 80 Prozent Direktbelieferungsquote der Jochen Schweizer Arena
Er sichert die Stromversorgung der beiden Festzelte mit drei großen Batteriespeichern von Tesvolt ab. „Bisher konnten wir bei einer Überlastung des Netzanschlusses innerhalb von fünf Minuten kaum so reagieren, dass das Zelt nicht ausfällt“, erklärt der Elektrohandwerker, der seit Jahren für die Elektrik mehrerer großer Wiesnzelte verantwortlich ist. „Dieses Jahr haben wir durch die Batteriespeicher einen Puffer von zwei Stunden. Das gibt mir jetzt einfach ein bisschen Luft, ich kann mit den Leuten in der Küche sprechen, wir können Geräte gezielt herunterfahren und die Last reduzieren – das ist ein wahnsinniger Vorteil für die Betriebssicherheit“, sagt Matthias Poeting.
Heizstrahler ziehen kräftig Strom
Der Hunger nach Strom hat sich auf der Theresienwiese in kurzer Zeit vervielfacht. Neben dem Verzicht auf Gas seit dem Ukrainekrieg treiben auch neue, strenge Abgasvorgaben der Stadt den Umstieg auf Elektroantriebe voran. Da mittlerweile selbst kleine Buden aufwendige Regelungen bei der Nutzung von Gas befolgen müssen, sparen Wirte durch den Wechsel auf rein elektrische Küchen Kosten bei der Installation von teuren Abgasführungen und Messstrecken.
Logistikzentrum in Brandenburg auf Solarstrom umgestellt
Gleichzeitig steigt der Komfort. Allein die Heizstrahler in den Außenbereichen benötigen mittlerweile teilweise um die 150 Kilowatt pro Zelt. Gerade bei kühlerem Wetter steigen die Lastspitzen stark an, weil die Heizpilze dann sehr viel Strom benötigen. Dieser Strom kommt nun dezentral aus den Batteriespeichersystemen und entlastet den Netzanschluss der Zelte. „Die Investition in die Batteriespeicher ist vom Umfang her deutlich geringer als ein tiefgreifender Umbau der Trafostationen und der Netze vor Ort“, erklärt Matthias Poeting. „Ein solcher Speicher amortisiert sich in der Praxis voraussichtlich schon nach zwei bis drei Jahren. Außerdem nehmen die Systeme wenig Platz weg – und wenn die Last in den kommenden Jahren noch größer wird, dann erweitern wir das Batteriesystem einfach und fertig.“
Solarfolien in die Zeltdächer integrieren
Schließlich kann niemand vorhersehen, wie sich die Energieversorgung der Wiesn in den nächsten Jahren entwickelt. So schlägt Matthias Poeting unter anderem vor, die Abwärme der Zelte zu nutzen. Auch in der Integration von Solarfolien auf den Zeltdächern sieht er weiteres Verbesserungspotenzial. „Warum sollten wir also das Netz mit gigantischem Aufwand ausbauen, wenn intelligente Speichertechnologie die viel preiswertere Lösung bietet und total flexibel auf die künftige Energiesituation reagieren kann? Auch die Wiesnwirte sind sehr offen für intelligente, grüne Energiesysteme“, weiß der Elektrohandwerker.
Stresstests für die Technologie
Das Oktoberfest sei für jede Technologie ein absoluter Stresstest unter Extrembedingungen, erklärt Daniel Hannemann, Aufsichtsratsmitglied von Tesvolt. „Genau dafür haben wir unsere Tesvolt Forton-Großspeicher geliefert. In diesen Systemen setzen wir auf modernste Hochtemperaturzellen. Sie machen die Speicher sehr belastbar und langlebig“, erklärt er. Außerdem kommen die Speicher ohne Flüssigkeitskühlung aus. „Das spart Platz und verzichtet auch vollständig auf umweltgefährdende Kühlstoffe“, benennt Daniel Hannemann den Vorteil. Das passe auch zum nachhaltigen Anspruch der Wiesn.