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Logistikzentrum in Brandenburg auf Solarstrom umgestellt

Logistikimmobilien eignen sich immer wieder für die Installation von Photovoltaikanlagen. Einerseits verfügen die Gebäude über riesige Dächer – ausreichend Platz für viele Solarmodule. Andererseits haben sie – vor allem wenn es sich um Kühllager handelt – durchaus einen üppigen Strombedarf, den sie tagsüber direkt mit dem Solarstrom vom Dach decken können. Für die Immobilieneigentümer bietet dies den Vorteil, dass sie ihren Mieter:innen eine nachhaltige Dependenz bieten können und so das Asset aufwerten.

Dies waren auch die Gründe, die den Projektierer Enviria gemeinsam mit dem Logistiker Nagel-Group und dem Immobilienverwalter Real I.S. dazu angetrieben haben, am Logistikstandort Wustermark in Brandenburg, nur gut 20 Kilometer westlich von Berlin, ein Solardach zu realisieren. Die Anlage entsteht auf dem 35.000 Quadratmeter großen Dach des dortigen Logistikobjekts und bildet die Grundlage für die dezentrale Stromerzeugung am Standort.

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Basis für die lokale Energieerzeugung

Insgesamt 7.616 Photovoltaikmodule werden die Handwerker im Auftrag von Enviria auf einem 15.000 Quadratmeter großen Teil des Daches installieren. Diese bringen es auf eine Gesamtleistung von 3,427 Megawatt. Die Planer gehen davon aus, dass die Anlage jedes Jahr mehr als 3,3 Millionen Kilowattstunden sauberen Sonnenstrom produzieren wird, der zum größten Teil vor Ort verbraucht wird. „Schließlich bieten große Logistikdächer die technische Grundlage, um Strom genau dort zu erzeugen, wo er verbraucht wird“, betont Melchior Schulze Brock, Geschäftsführer von Enviria. „In Wustermark schaffen wir mit der Photovoltaikanlage die Basis für eine lokale Energieversorgung. Auf dieser Grundlage können weitere Bausteine wie Speicher und Energiemanagement systematisch ergänzt werden“, stellt er schon die nächsten Schritte der Modernisierung des Energiekonzepts am Standort in Aussicht.

Sonnenstrom ohne eigene Investition

Der Vorteil der Zusammenarbeit mit Enviria: Die Umsetzung erfolgt über das Dachvermietungsmodell und weder die Real I.S. noch die Nagel-Group müssen in die Solarisierung des Gebäudes investieren. Enviria übernimmt dabei die komplette Planung, die Finanzierung, die Installation und auch den Betrieb der Anlage. Dazu pachtet das Unternehmen die Dachfläche von Real I.S. und verkauft den produzierten Strom nach der Inbetriebnahme an die Nagel-Group zu einem viel geringeren Preis, als diese den Strom vom Versorger inklusive aller Netzgebühren und Abgaben kaufen müsste.

Logistikpark in Sachsen bekommt integriertes solares Energiesystem

Teil einer Solarstrategie von Real I.S.

Damit werde der Bau der Photovoltaikanlage am Logistikstandort Wustermark Teil der portfolioweiten Solarstrategie der Real I.S. zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. „Die Photovoltaikanlage macht eine bislang ungenutzte Dachfläche zu einem Bestandteil der Energieversorgung des Standorts“, erklärt Michael Thomann, Director Asset Management bei der Real I.S., die Motivation. „Für uns ist das vor allem aus Portfoliosicht relevant: Die Immobilie erhält eine zusätzliche Nutzungsebene, ohne dass ihre bestehende Funktion verändert wird. Gleichzeitig entstehen planbare Beiträge zur Dekarbonisierung des Bestands und zur energetischen Weiterentwicklung unserer Logistikflächen“, sagt er.

Energiepreisbremse vom Flachdach – unser Spezial zur Photovoltaik im Gewerbe

Für die Nagel-Group steht die Nutzung des vor Ort erzeugten Stroms im laufenden Standortbetrieb im Vordergrund. „Am Standort Wustermark benötigen wir verlässlich verfügbare Energie für unsere Logistikprozesse. Der vor Ort erzeugte Solarstrom kann einen signifikanten Teil unseres Strombezugs aus dem Netz ersetzen und wirkt damit unmittelbar auf die Energiekostenstruktur des Standorts“, sagt Christian Hanke, Gebietsleitung bei der Nagel-Group.

Speicher und Energiemanagement optimieren Energiesystem

Die Solaranlage ist nur der erste Schritt, wie Melchior Schulze Brock schon angedeutet hat. Im Mittelpunkt steht zwar zunächst die Erzeugung von Solarstrom auf einer freien und bislang nicht energetisch genutzten Dachfläche. Doch darauf aufbauend ist am Standort eine Erweiterung um steuerbare Flexibilität vorgesehen. So soll im nächsten Ausbauschritt geprüft werden, wie Batteriespeicher und Energiemanagement die Nutzung des erzeugten Stroms sowie den Netzbezug zeitlich steuern können. So könnte die Nagel-Group beispielsweise auch flexible Strompreise nutzen.

Dies würde durch einen zusätzlichen Batteriespeicher weiter optimiert. Denn die Solaranlage produziert den Strom dann, wenn er ohnehin an der Börse preiswert zu haben ist. Wird er aber im Speicher zwischengelagert, kann die Sonnenstromproduktion auf dem Dach zeitlich verschoben werden. Die Nagel-Group kann ihn dann nutzen, wenn die Börsenstrompreise hoch sind und damit der Strombezug aus dem Netz teuer ist. Zudem kann der Speicher Lastspitzen reduzieren und Netzentgelte können optimiert werden.