Batterieelektrische Antriebe galten lange als eher ungeeignet für Schwerlastverkehr. Wasserstoff schien eher der klimafreundliche Treibstoff der Wahl. Doch mittlerweile rollen immer mehr Elektro-Lkw über Deutschlands Straßen. 2025 hatten etwas über sieben Prozent der neu zugelassenen Lkw einen Elektroantrieb.
Deren Halter zeigen sich zudem außerordentlich positiv, wie eine Kurzstudie des Öko-Instituts unter 57 Transportunternehmen ergab, die schwere E-Lkw bereits seit mindestens einem Jahr im täglichen Einsatz haben: 93 Prozent von ihnen sind zufrieden oder sehr zufrieden.
Mautbefreiung und niedrige Stromkosten Voraussetzung für wirtschaftlichen Betrieb
Vor allem die Mautbefreiung und niedrige Stromkosten am eigenen Depot sichern demnach den wirtschaftlichen Betrieb. Die befragten „Early Adopter“ loben zudem die hohe technische Zuverlässigkeit der Fahrzeuge, die in der Tendenz sogar besser bewertet wird als bei herkömmlichen Diesel‑Lkw. Neben der Kostenersparnis heben die Unternehmen den hohen Fahrkomfort und die damit verbundene positive Akzeptanz durch das Fahrpersonal hervor.
Trotz der hohen Zufriedenheit identifiziert die Studie weiterhin Hürden für den flächendeckenden Hochlauf. „Die hohen Anschaffungskosten sowie bürokratische und finanzielle Hürden beim Ausbau der Depot-Ladeinfrastruktur und der Netzanschlusserweiterung bleiben zentrale Herausforderungen“, erklärt Florian Hacker, Projektleiter im Forschungsteam des Öko-Instituts.
Erwartungen 2030: E-Lkw Standars im eigenen Fuhrpark
Das öffentliche Laden wird zudem aufgrund bislang mangelnder Lkw-Tauglichkeit von Standorten und hoher Strompreise als deutliches Hindernis für den Fernverkehr wahrgenommen. Die Unternehmen wünschen sich für eine attraktivere Ladeinfrastruktur insbesondere mehr Ladepunkte, mehr Platz für die ladenden Lkw, günstigere und transparente Preise sowie Reservierungsmöglichkeiten.
Die Zuversicht der Pioniere ist groß: 93 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass E-Lkw bis zum Jahr 2030 zum umfassenden Standard in ihrem Fuhrpark werden. Andere alternative Antriebstechnologien verlieren in der Einschätzung der Unternehmen hingegen weiter an Bedeutung.