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Ausbau von Speichern erreicht neuen Rekordwert

Während Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) noch an ihren Gaskraftwerken bastelt, hat die Branche der Erneuerbaren schon Fakten geschaffen. Denn inzwischen sind in Deutschland Batteriespeicher mit einer Kapazität von mehr als zwei der geplanten Reservegaskraftwerke in Betrieb. Das teilt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) nach der Auswertung der Daten der Bundesnetzagentur mit.

Konkret sind in Deutschland rund 2,5 Millionen Batteriespeicher mit einem Speichervolumen von 28 Gigawattstunden am Netz. Derzeit geht der Ausbau rasend schnell. Denn allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres haben die deutschen Handwerker zwei Gigawattstunden Batteriespeicherkapazität neu aufgebaut. Damit lag der Zubau rund 67 Prozent über dem des Vorjahreszeitraumes und erreichte laut BSW-Solar einen neuen Rekord.

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Großspeicher treiben den Ausbau

Der BSW-Solar führt den beschleunigten Ausbau unter anderem auf die Entwicklung auf dem Markt zurück. Während in den frühen Jahren des Speicherausbaus primär Batterien in Gebäuden den Zubau angetrieben haben, werden derzeit mehr Großspeicher mit jeweils über einer Megawattstunde Volumen pro Anlage gebaut. Hier geht der Aufbau von Kapazität und Leistung mit wenigen Einzelanlagen schneller als der Bau von vielen kleinen Heimspeichern. So wurden im ersten Quartal dieses Jahres in diesem Segment über eine Gigawattstunde Speichervolumen aufgebaut – mit einem Plus von rund 270 Prozent mehr als eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr.

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Doch auch das Segment der Gewerbespeicher mit einem Volumen zwischen 20 Kilowattstunden und einer Megawattstunde pro Anlage nimmt Fahrt auf. Hier stieg die neu installierte Speicherkapazität um rund 42 Prozent auf etwa 160 Megawattstunden. Doch auch der Zubau von Heimspeichern mit einem Volumen von fünf bis 20 Kilowatt geht weiter. In diesem Segment lag der Zubau mit rund 740 Megawattstunden ungefähr auf Vorjahresniveau.

Speicherausbau gezielt stärken

Die jetzt installierten Speicher können rein rechnerisch den durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von rund drei Millionen Privathaushalten in Deutschland speichern. Rein rechnerisch deshalb, weil viele dieser Batteriespeicher auch Systemdienstleistungen liefern und zur Netzstabilisierung beitragen. „Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reservegaskraftwerken deutlich reduzieren“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, mit Blick auf den zu Wochenbeginn vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Entwurf zum „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz“. „Batteriespeicher dürfen in den kommenden Kraftwerksauktionen nicht durch ungeeignete Ausschreibungskriterien gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden“, fordert er. „Stattdessen sollten Speicher gezielt gestärkt werden. Denn Deutschland hat erst einen Bruchteil der benötigten Speicherkapazitäten erschlossen.“

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Speicher sind schneller am Netz als Gaskraftwerke

Der Bau von mehr Batteriespeichern statt von Gaskraftwerken ist auch der erklärte Wille der Bevölkerung, wie aus einer jüngsten Repräsentativbefragung hervorgeht. „Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem“, betont Körnig. „Im Vergleich zu Erdgaskraftwerken sind sie schneller errichtet, verursachen keine direkten CO2-Emissionen und senken Systemkosten, indem sie erneuerbare Energien effizient integrieren und Netzengpässe reduzieren.“

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Marktbarrieren abbauen

Um das Potenzial an möglicher Speicherkapazität zu heben, müssen bestehende Marktbarrieren weiter abgebaut werden, fordern die Branchenvertreter vom BSW-Solar. Dazu zählen nach Angaben des Verbandes hauptsächlich vereinfachte Rahmenbedingungen für die Kombination von größeren Solar- und Windkraftanlagen und Speichern. Neben den Vereinfachungen für solche Co-located-Speicher sind aber auch beschleunigte Netzanschlussverfahren sowie Netzentgeltregelungen nötig, die den Batteriespeicherbetrieb nicht verteuern. Der Verband fordert zudem, dass bei Netzengpässen und negativen Strompreisen nicht mehr Photovoltaikanlagen abgeregelt werden müssen, sondern die Speicherung des Stroms in lokalen Batterien endlich ermöglicht wird.