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Verkehr: Erneuerbare Energien bleiben Nischenprodukt trotz Wachstum

Der Endenergieverbrauch aus erneuerbaren Energieträgern im Verkehr erhöhte sich 2025 um etwa zehn Prozent auf 47,7 Terawattstunden. Nach Angaben der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stieg der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch im Verkehr von 7,4 Prozent im Vorjahr auf 8,0 Prozent. Gleichzeitig wuchs jedoch auch der gesamte Endenergieverbrauch im Verkehr um rund zwei Prozent auf 599 Terawattstunden, was den Anstieg des erneuerbaren Anteils bremste.

Biokraftstoffe legen deutlich zu

Der Gesamtabsatz von Biokraftstoffen lag 2025 mit etwa 37,4 Terawattstunden deutlich über dem Niveau des Jahres 2024 mit 34,2 Terawattstunden. Der Absatz von Biodiesel und hydriertem Pflanzenöl stieg insbesondere aufgrund der Regelungen der 38. Bundesimmissionsschutzverordnung wieder deutlich an. Mit rund 24,0 Terawattstunden wurden etwa elf Prozent mehr Biodiesel und hydriertes Pflanzenöl abgesetzt als im Vorjahr.

Der Absatz von Bioethanol wuchs im Vergleich zu 2024 um etwa vier Prozent auf etwa 9,5 Terawattstunden. Der Einsatz von Biomethan als Kraftstoff lag insbesondere wegen des erhöhten biogenen Anteils beim Flüssigerdgas mit 3,9 Terawattstunden etwa 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Pflanzenöl wurde im Verkehrsbereich 2025 nicht oder nur in sehr geringen Mengen eingesetzt. Erstmalig wurde auch zertifizierter erneuerbarer Wasserstoff in sehr geringen Mengen von etwa 0,005 Terawattstunden getankt.

Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Positiv entwickelte sich der Einsatz erneuerbaren Stroms im Verkehr. So wurde 2025 zwölf Prozent mehr erneuerbarer Strom im Verkehr verwendet als im Vorjahr. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2025 insgesamt 856.589 Neuwagen mit elektrischem Antrieb zugelassen – das waren 30,0 Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Personenkraftwagen. Davon wurden 19,1 Prozent oder 545.142 rein batterieelektrisch angetrieben.

Der Gesamtstromverbrauch im Straßenverkehr erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um etwa 23 Prozent auf etwa 7,7 Terawattstunden, liegt jedoch noch unter dem Verbrauch von Strom im Schienenverkehr mit 11,5 Terawattstunden. Straßen- und Schienenverkehr sind zusammen für knapp vier Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs verantwortlich.

Ein höherer Stromverbrauch bei gleichzeitig mehr grünem Strom im Strommix ließ den rechnerisch ermittelten Verbrauch an erneuerbarem Strom im Verkehr auf etwa 10,3 Terawattstunden steigen – etwa zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt trägt der Verbrauch von Strom aus erneuerbaren Quellen zu etwa 22 Prozent zum Endenergieverbrauch erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bei.

Strukturelle Hürden bremsen Transformation

Die verhaltene Entwicklung im Verkehrssektor zeigt, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien nur langsam vorankommt. Während die Elektromobilität an Bedeutung gewinnt, bleibt der Gesamtanteil erneuerbarer Energien gering. Die gleichzeitige Zunahme des fossilen Kraftstoffverbrauchs verdeutlicht, dass strukturelle Veränderungen im Mobilitätsverhalten und eine beschleunigte Elektrifizierung notwendig sind.

Um den im Nationalen Energie- und Klimaplan vorgesehenen Zielpfad zu erreichen, muss sich das Tempo des Umstiegs auf erneuerbare Energien im Verkehrssektor signifikant erhöhen. Die höhere Effizienz von Elektromotoren sorgt zwar dafür, dass pro eingesetzter Energiemenge eine höhere Verkehrsleistung im Vergleich zu Verbrennermotoren erreicht wird. Dennoch bleibt der Verkehr der Bereich mit der geringsten Verbreitung erneuerbarer Energien und bremst die Erreichung der deutschen Klimaschutzziele insgesamt.