Die Berliner Stadtwerke haben im Stadtteil Marzahn im Norden der Stadt eine weitere Schule mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Mit der neuen 500-Kilowatt-Anlage kann die große Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe den Energiebezug von bisher etwa 460.000 Kilowattstunden auf rund 280.000 Kilowattstunden fast halbieren. Denn ein Großteil des produzierten Solarstroms fließt direkt ins Hausnetz der Schule.
Vier Kilometer Balken und Leisten eingezogen
Doch die Planung und der Bau dieser Anlage war eine echte Herausforderung. Denn anders als bei anderen Schulen haben die Gebäude der Rudolf-Virchow-Oberschule keine Flachdächer, sondern Steildächer. Diese sind zudem in verschiedene Himmelsrichtungen kreuzförmig zueinander ausgerichtet. Damit die mehr als 1.100 Solarmodule auf den Schrägdächern montiert werden konnten, waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. So haben die Dachdecker zunächst mit insgesamt vier Kilometern Balken und Leisten den Dachstuhl statisch verstärkt und rund ein Viertel des Daches neu gedeckt.
Eine weitere Herausforderung auf dem Steildach war die Lagerung des Materials. Das ist auf dem Flachdach relativ einfach. Doch hier waren für die umfangreichen Arbeiten lange Zeit Gerüste und Lagerflächen auf dem Hof notwendig.
Bezirk bekommt Solarstrom ohne Investition
Die Anlage ist ein Projekt im Rahmen der Bezirkspakete, die die Stadtwerke mit den Bezirken abschließen, um Bauten in öffentlicher Hand mit Solaranlagen auszustatten. Dabei müssen die Bezirke nicht investieren. Denn das übernehmen die Stadtwerke. Diese pachten die Dachfläche, bauen die Anlage und verkaufen den Strom direkt an die Bezirke, die ihn hauptsächlich für den Betrieb des Gebäudes – in diesem Fall die Rudolf-Virchow-Schule – nutzen. Überschüsse vermarkten die Berliner Stadtwerke über den eigenen Bilanzkreis an die eigenen Stromkunden.
Mehr Sonne in Berlins U-Bahnen
Berlin schöpft mit 120-MW-Anlage den Überschuss an Grünstrom für Fernwärme ab
Weitere Projekte in Vorbereitung und im Bau
Mit dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf haben die Berliner Stadtwerke bisher vier Solarpakete abgeschlossen, zwei weitere werden aktuell abgestimmt, teilt der Hauptstädtische Energieversorger mit. Die ersten und zweiten Pakete aus den Jahren 2019 und 2022 beinhalten 21 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,7 Megawatt. Das dritte Paket wurde im Jahr 2024 vereinbart und die 13 Anlagen mit knapp einem Megawatt sind derzeit im Bau. Paket 4 wurde im November 2025 vereinbart. Es umfasst zwölf Anlagen mit einer Gesamtleistung von 570 Kilowatt. Der Bau dieser Projekte wird derzeit vorbereitet. Die beiden Pakete, die derzeit noch in Verhandlung sind, umfassen zusammen mehr als ein Megawatt Anlagenleistung.