Der Markt für Wärmepumpen ist im vergangenen Jahr um 55 Prozent gewachsen. Laut aktuellen Zahlen des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) wurden im vergangenen Jahr 299.000 Heizungs-Wärmepumpen verkauft. Damit liegt die Stromheizung erstmals bei einem Marktanteil von fast 50 Prozent.
Gleichzeitig stieg auch die Förderung: Im Jahr 2025 seien mehr als 288.000 Förderzusagen allein für Wärmepumpen erteilt worden, hieß es vom BWP unter Berufung auf Förderstatistiken. Dies sei ein Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem die neu strukturierte Förderung ab Februar stufenweise angelaufen war.
Dena-Gebäudereport: Fünf Milliomnen Heizungen älter als 30 Jahre
Noch indes reicht dies nicht, um die Klimaziele des Gebäudesektors zu erreichen, warnt die Deutsche Energieagentur (Dena). Eine Reduktion auf 65 Millionen Tonnen CO₂ bis 2030 sei zwar möglich, aber ohne weitere Maßnahmen „herausfordernd“. „Deutschland kann die Klimaziele im Gebäudesektor mit marktbasierten Instrumenten erreichen: durch Vereinfachung und Bürokratieabbau, stabile Rahmenbedingungen und kontinuierliche Förderung“, sagte Corinna Enders, Vorsitzende der Dena-Geschäftsführung.
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Sie verwies auf die neuesten Daten des Dena‑Gebäudereports 2026 und die wirtschaftlichen Chancen, die sich daraus ergäben: Mehr als fünf Millionen Heizungen sind demnach älter als 30 Jahre. „Die Bauwirtschaft sowie die Heizungs- und Gebäudeenergiebranche sind dabei ein volkswirtschaftlicher Motor. Das ist gerade in Zeiten schwacher Konjunktur enorm wichtig, besonders auch für die regionale Wertschöpfung im Handwerk.”
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80 Prozent der Wärmepumpen im Altbau
Laut BSW würden mittlerweile 80 Prozent der Wärmepumpen im Bestand verbaut. BWP-Geschäftsführer Martin Sabel sieht dadurch das Vorurteil entkräftet, dass die Technologie sich nur für bestimmte Gebäude eigne. Aber: „Die Branche kann ihr volles Potenzial für Investitionen und Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk nur entfalten, wenn die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt.“
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Für Unsicherheit sorgen vor allem die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und die zum Teil zögerlich verlaufende kommunale Wärmeplanung. „Die Aussagen kommunaler Wärmepläne zu Gas- und Fernwärmenetzen sind häufig vage und vor allem unverbindlich“, kritisierte Sabel. „Ohne die klare Orientierung durch das GEG bilden sie keine belastbare Investitionsgrundlage.“
Reform des Heizungsgesetzes sorgt für Unsicherheit
Doch hier ist noch vieles offen: Die Bundesregierung plant, das GEG durch ein neues „Gebäudemodernisierungsgesetz“ abzulösen. Der Zeitplan sieht erste Eckpunkte bis Ende Januar und einen Kabinettsbeschluss für Ende Februar 2026 vor. Das könnte zunächst einen Boom und dann einen Einbruch im Markt auslösen. Der Hersteller Viessmann möchte seine potenziellen Kunden zum schnellen Kauf bewegen: „Da die künftige Ausgestaltung der Fördermittel ungewiss ist, raten wir: Nutzen Sie die aktuelle Planungssicherheit und starten Sie Ihr Projekt jetzt, um sich die feststehenden Zuschüsse zu sichern“, heißt es auf der Website.