Wärme aus dem Hafenbecken: Ein Areal im Alten Fischereihafen in Cuxhaven soll künftig über eine thermisch aktivierte Stahlspundwand beheizt werden. „Die größte Energiespundwand ihrer Art soll die Wärme- und Kälteversorgung des Quartiers klimaneutral und nachhaltig gewährleisten“, sagte Niedersachsens Energie- und Klimaschutzminister Christian Meyer, bei der Übergabe eines 1,4-Millionen-Euro-Förderbescheides. Ein Projekt in dieser Größenordnung sei einzigartig in Deutschland.
„Für eine Flusswasserwärmepumpe braucht es eben einen Fluss“
Jährliche Wärmeleistung: 5.000 Megawattstunden
Mit der Energiespundwand kann eine Heizleistung von 2.050 Kilowatt und eine Wärmeenergie von rund 5.000 Megawattstunden im Jahr klimaneutral aus dem Meerwasser gezogen werden, heißt es in einer Presseinformation des Ministeriums. Dabei greift diese Art der Aquathermie nicht in das Oberflächengewässer ein: Anstatt Wasser zu entnehmen, fungiert die Spundwand als Wärmetauscher direkt im Hafenbecken. Die Wärmeenergie wird über integrierte Systeme an leistungsstarke Großwärmepumpen übertragen. Mit der gewonnenen Energie soll das rund 61.000 Quadratmeter große Quartier mit zahlreichen Gebäuden geheizt und gekühlt werden.
3,135 Millionen Euro kostet das Projekt, das Land trägt 45 Prozent der Investition. „Cuxhaven zeigt mit diesem einzigartigen Energieprojekt in einem Hafen, wie innovativ heute die Wärmewende weg von fossilen Energien vorangetrieben wird“, so Energieminister Meyer.
Abwärme als Schlüssel der kommunalen Wärmewende
Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH
Aquathermie und Großwärmepumpen: Wichtige Bausteine für die klimaneutrale Wärmeversorgung
Aquathermie gilt als ein wichtiger Baustein bei der Wärmewende. Die Energiequelle ist vielerorts verfügbar – in Flüssen, Seen oder Hafenbecken. In Kombination mit moderner Wärmepumpentechnologie können hocheffiziente, skalierbare Systeme entstehen. „Die Energiespundwand zeigt besonders gut, wie behutsam und umweltfreundlich klimagerechte Energie aus dem Meerwasser gezogen werden kann, um damit ein Quartier dauerhaft und klimaneutral zu beheizen oder sogar im Sommer zu kühlen“, lobte der Minister. Die dabei gebrauchten technisch innovativen Lösungen könnten als Demonstrationsobjekt für andere Quartiere und Kommunen dienen.