„Damit ist nach erfolgter Umrüstung der Kavernen und fortlaufendem Monitoring der Dichtheit und Integrität ein weiteres wichtiges Etappenziel unter den am Standort Etzel gewohnt hohen Sicherheitsstandards erreicht worden“, erklärt Carsten Reekers, Projektleiter H2Cast Etzel bei Storag Etzel. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen zur zukünftigen unterirdischen Wasserstoffspeicherung beitragen.
Pilotanlage für Wasserstoffreinigung entsteht
Besonderes Augenmerk liegt nun auf der Fertigstellung der obertägigen Anlagen zur Gasreinigung, Verdichtung und der Gasqualitätsüberwachung, welche für Wasserstoff neu errichtet werden. Die Pilotanlage soll 2026 für die ersten Tests bereitstehen. Es sollen unterschiedliche Verfahren zur Gasreinigung und deren Effizienz getestet werden. Zudem wird der multizyklische Kavernenbetrieb untersucht. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits intensiv.
„Gasunie ist zuversichtlich, dass wir diesen nächsten Schritt gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und Partnern als Team meistern werden. Da wir uns auf das fundierte Fachwissen der H2CAST-Partner verlassen können, sind wir überzeugt, dass dieses Projekt den Weg zum Wasserstoff vorantreiben und festigen wird", erklärt Eddy Kuperus, Business Development Manager Hydrogen Storage bei Gasunie.
Vergleichbarkeit mit Erdgasspeichern bestätigt
Die Erkenntnisse, die seit dem Projektstart Anfang 2022 gesammelt wurden, untermauern die Aussage, dass eine hohe Vergleichbarkeit mit Erdgasspeichern besteht und dass die vorhandenen Kavernen in Etzel für die Wasserstoffspeicherung geeignet sind, so Reekers. Die Befüllung ist Teil des Forschungs- und Entwicklungsprojektes H2Cast Etzel, mit dem die technische Umsetzung der Speicherung von Wasserstoff in Salzkavernen entwickelt wird.
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Die Befüllung der Testkaverne und der entsprechende Beschaffungsprozess verdeutlichten den frühen Entwicklungsstand des deutschen Markts. Zu Beginn der Befüllung im Jahr 2023 standen Hochdrucktrailer beziehungsweise Abfüllstationen mit über 200 bar nur sehr begrenzt zur Verfügung. Dies führte zusammen mit der fehlenden lokalen Produktion zu einem hohen Anteil der Wasserstoffkosten. Einzelne Lieferungen erfolgten über Distanzen von bis zu 1.000 Kilometern.
„Inzwischen hat sich der Markt weiterentwickelt, sodass sich das Projekt über die Laufzeit eine Belieferung durch einen nahegelegenen Wasserstoffproduzenten sichern konnte, was sowohl die Logistik- als auch die Produktionskosten erheblich senkte. Sobald Etzel an das genehmigte nationale Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen ist, wird der Standort zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Wasserstoffspeicherung im zukünftigen Energiesystem werden“, erklärt Projektleiter Reekers.