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PPA

Zehn Jahre Nordseestrom nach Leverkusen

Ein Chemiekonzern sichert mit dem bisher größten langfristigen Liefervertrag seine Stromversorgung ab 2025 aus einem neuen Meereswindpark.

Tilman Weber

Das 2015 aus der Kunststoffsparte des Chemiekonzerns Bayer hervorgegangene Leverkusener Industrieunternehmen Covestro hat nach eigenen Angaben „den bislang weltweit größten Industriekunden-Liefervertrag für Strom aus Offshore-Windenergieanlagen“ besiegelt. So unterzeichneten Covestro und der dänische Energiekonzern und Offshore-Windparkbetreiber Ørsted einen zehnjährigen Stromliefervertrag für 100 Megawatt (MW) Erzeugungskapazität des geplanten deutschen Nordseewindparks Borkum Riffgrund 3. Mit dem im Branchenenglisch Power Purchase Agreement (PPA) genannten Übereinkommen hat Ørsted die ersten zehn Prozent des mit insgesamt 900 MW geplanten Windparks nun vermarktet. Die Dänen hatten in den Ausschreibungen von 2017 und 2018 für neue deutsche Offshore-Windpark-Bauvorhaben die Zuschläge für das Projekt erhalten. Dabei hatte Ørsted zunächst die drei nebeneinander liegenden Offshore-Windkraftfelder Borkum West 1 und 2 sowie OWP West mit Null-Cent-Geboten durchgesetzt. Anfang 2019 erreichte der Windparkbetreiber bei der Bundesnetzagentur, dass die drei Teilwindparks zum Großprojekt Borkum Riffgrund 3 mit 900 MW verschmelzen dürfen. Wegen der Null-Cent-Zuschläge gilt der Windpark als subventionsfrei – der Netzbetreiber wird keine Zuschläge auf die erzielten Stromverkaufspreise bezahlen. Ørsted muss daher die Einnahmen alleine über den Verkauf von Strompaketen an der Strombörse oder eben über PPA erzielen.

Geplant sind Errichtung und Netzanschluss des Windparks noch für das Jahr 2024. „Mit dem Bezug von Grünstrom untermauern wir unsere umfassende Nachhaltigkeitsstrategie und rüsten uns für den zu erwartenden Anstieg der Energiepreise und CO2-Kosten“, sagte der Covestro-Vorstandsvorsitzende Markus Steilemann. Der Vertragsabschluss sei ein „Beweis dafür, dass die deutsche Offshore-Windindustrie eine zuverlässige Quelle von grünem Strom ist und die Mengen liefern kann, die die stromintensive Industrie benötigt“, betonte Martin Neubert, CEO und damit Chef der Offshore-Windenergiesparte beim Windparkbetreiber.

Der Chemiekonzern Covestro stellt Kunststoff und chemische Vorprodukte für die Produktion von Lacken, Schaumstoffen und Folien her. Mit dem Strom wollen die Leverkusener die eigenen vier Werke in Deutschland versorgen, von denen sich drei in Nordrhein-Westfalen und eines in Schleswig-Holstein befinden. Die Versorgung aus dem Windpark soll bei dem Industrieunternehmen einen Großteil des Strombedarfs in Deutschland decken.

Beim Offshore-Windpark Borkum Riffgrund West 3 verzichtet Projektentwickler und Betreiber Ørsted erstmals auf eine gesonderte Umspannplattform im Windpark. Stattdessen werden die Turbinen direkt mit einem 66-Kilovolt-Anschlusskabel in die Umspannplattform Dolwin 5 einspeisen, die den Strom per Exportkabel dann an Land liefert.

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