Foto: Amprion

Offshore-Windenergie

Amprion nimmt ersten Offshore-Netzanschluss in Angriff

Mit seinen ersten zwei Netzanbindungen startet der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion ins Offshore-Windgeschäft.

Inhaltsverzeichnis

Katharina Garus

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion nimmt sein erstes Offshore-Windprojekt in Angriff. Bis 2028 will das Unternehmen seine erste Offshore-Netzanbindung realisiert haben. Eine zweite soll nur ein Jahr später fertig sein. Dann wird jeweils ein Seekabel in der Nordsee mit dem landseitigen Netzanschluss in der Umspannanlage Hanekenfähr in Niedersachsen verbunden sein.

Bislang wurden die Offshore-Windparks in Deutschland nur von TenneT und 50Hertz ans Stromnetz angeschlossen. Tennet war dabei für die Nordsee, 50Hertz für die Ostsee verantwortlich. Indem jetzt auch Amprion eingebunden wird, soll der Windstrom direkt von der Nordsee in das Versorgungsgebiet von Amprion mit den großen Verbrauchszentren im Westen Deutschlands transportiert werden.

Der erste Netzanschluss wird eine Trassenlänge von etwa 220 Kilometern haben, 50 Kilometer davon verlaufen auf See. Die Übertragungsleistung beträgt etwa 900 Megawatt. Das zweite System wird noch eine Nummer größer sein: Es ist mit einer Leistung von etwa 980 Megawatt und einer Trassenlänge von rund 300 Kilometer geplant, wobei 130 Kilometer unterseeisch verlegt werden. Die Inbetriebnahme der Anbindungen ist für 2028 beziehungsweise 2029 vorgesehen.

Trassenführung ist noch offen

Anders als der Zeitrahmen, steht die Trassenführung noch nicht fest. Im ersten Halbjahr 2019 will Amprion vorbereitende Gespräche mit den Trägern öffentlicher Belange führen sowie grundlegend über das Projekt informieren. Außerdem möchte das Unternehmen ein Projektbüro in Hamburg gründen.

Dr. Hans-Jürgen Brick, kaufmännischer Geschäftsführer der Amprion GmbH, sagt: „Die Integration von Offshore-Wind bildet ein zentrales Element im Umbau unseres Energiesystems. Voraussetzung sind jedoch entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen, die eine wirtschaftliche Umsetzung ermöglichen.“

Zu diesen regulatorischen Rahmenbedingungen gehört auch der Entwurf des Flächenentwicklungsplans des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie vom 26. Oktober 2018. Dieser bildet die Grundlage für Amprions Offshore-Aktivitäten. Die Bundesnetzagentur hatte den Projekten bereits im Netzentwicklungsplan 2030, Version 2017 grünes Licht gegeben.

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