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Offshore-Windenergie

China übernimmt Führung der Offshore-Windkraft-Länder

Der wegen massiven Windparkbaus an Land längst größte Windkraftmarkt der Welt wird spätestens 2021 auch die stärkste Turbinenflotte auf See betreiben.

Inhaltsverzeichnis

Tilman Weber

Schon gemäß den Berechnungen des Marktanalyse-Dienstleisters FTI Consulting von Jahresanfang wird China im übernächsten Jahr das seit vielen Jahren dominierende Offshore-Windpark-Land überholen. FTI Consulting kalkuliert bislang, dass China Ende 2021 Offshore-Windkraftanlagen vor den Küsten des großen asiatischen Landes mit zusammen etwa 10,9 Gigawatt (GW) errichtet haben wird. Zur selben Zeit wird die britische Insel sich mit einer Windstrom-Erzeugungskapazität im Meer von unter 10,4 GW umgeben haben. Nun legt der Weltwindenergierat GWEC mit einer Mitteilung zu den Erwartungen für den chinesischen Markt nach und sieht schon jährliche Installationen ab 2019 von 4 GW voraus.

Aufholjagd begann 2017

Seit 2017 holt die asiatische Wirtschaftsmacht im Wettbewerb mit der bislang führenden Offshore-Windkraft-Macht aus Europa kontinuierlich auf. Vor zwei Jahren hatte China erstmals die Ein-GW-Schwelle bei den jährlichen Installationen erreicht. Im vergangenen Jahr waren es beispielsweise bereits je nach Statistik 1,6 bis 1,8 GW während Großbritannien immerhin noch auf 1,3 GW kam. FTI Consulting geht von jährlich 2 GW neu hinzukommender Offshore-Windkraft-Leistung in China schon von diesem Jahr aus. Von 2019 an bis 2025 werde der Ausbau allerdings sogar noch zunehmen. 2025 werde ein Zubau der Windparks im Meer in einem Volumen von 4 Gigawatt erreicht, teilt FTI Consulting mit.

Gehen FTI Consulting kalkuliert allerdings mit der neu errichteten Leistung neuer Offshore-Windparks, wobei die gezählten Kapazitäten nicht notwendigerweise bereits mit der Einspeisung ins Stromnetz begonnen haben müssen. Bei den tatsächlich in Betrieb genommenen Kapazitäten lag Großbritannien im vergangenen Jahr je nach Statistik allerdings bislang noch vorn. Allerdings bestätigen andere Angaben den bevorstehenden Wechsel der neuen Offshore-Weltmarktführerschaft auf andere Weise: Alleine die chinesische Provinz Jiangsu bestätigte laut Medienberichten schon Anfang 2019 die Projekte von 24 Offshore-Windparks mit 6,7 GW, die alle noch vor Ende 2020 ans Netz gehen sollten.

10 GW vor chinesischen Küsten derzeit im Bau

Gemäß der GWEC-Mitteilung hat China aktuell neue Offshore-Windkraft-Kapazitäten von 10 GW im Bau, und weitere 40 GW sind genehmigt und gemäß ihrem Projektierungsstatus baubereit. GWEC geht nun davon aus, dass China schon Ende 2020 weltweit größte Offshore-Windstrom-Erzeugerregion wird.

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