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Windenergie

Enercon erreicht 50. Gigawatt in Vietnam

Durch den Bau einer 2,35-Megawatt-Anlage in Vietnam hat Windturbinenbauer Enercon die Schwelle von 50 Gigawatt (GW) global installierter Leistung erreicht.

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Tilman Weber

Die Windenergieanlage vom Typ E-103 EP2 gehört zum Windpark Mui Dinh, in dem am Ende 16 Anlagen davon stehen werden. Dieser Windpark entsteht zeitgleich mit dem 17-Anlagen-Windpark Trung Nam. Beide Projekte markieren den Markteintritt Enercons in den südostasiatischen Markt. Besteller der Anlagen von Mui Dinh ist Enercon-Kunde EAB New Energy GmbH, Besteller des Projekts Trung Nam ist offenbar ein Konsortium um den Investor Trung Nam Group. Mit den Projektpartnern liefen bereits „Gespräche über weitere Phasen mit einer zu installierenden Leistung von insgesamt 152 MW“, hatte Enercon schon im September mitgeteilt, als der Bau der Windparks begonnen hatte.Auslands

In 45 Märkten erfolgreich

Enercon wertet den Bau der Windparks als wichtige Station auf dem Internationalisierungskurs des ostfriesischen Herstellers. Weil der deutsche Markt durch eine vom Gesetzgeber eingezogene jährliche Ausbaubremse stagniert, muss Enercon wie andere Windturbinenbauer sich nun stark um große Aufträge aus ausländischen und vor allem auch neuen und zusätzlichen Märkten kümmern. Dies gilt umso mehr, als Enercon seit vielen Jahren in Deutschland unangefochtener Marktführer mit zwischenzeitlich mehr als 50 Prozent Markanteil war. Weil der deutsche Markt zuletzt mit jährlichen Installationsmengen von durchschnittlich 4.000 Megawatt sehr groß war, ist der Marktdruck für Enercon groß. Weltweit sei Enercon bereits in 45 Ländern erfolgreich, erklärte das Unternehmen nun. Außer in Vietnam finde der Markteintritt Enercons derzeit auch in „weiteren Ländern Lateinamerikas“ statt.

2,35-MW-Anlage seit 2015 im Verkauf

Die Windenergieanlage E-103 EP2 ist seit 2015 im Verkauf. Sie hat noch das traditionelle Enercon-Design einer Ei-förmigen Maschinenhausgondel. Neuere Anlagentypen der Drei-MW-Klasse fertigt Enercon inzwischen in Form einer eher kastenförmigen Gondel mit einem großen scheibenförmigen Generatorgehäuse im Anschluss, an dem wiederum der Rotor hängt. Die zwischen dem Kastenteil und Rotor wie ein Sandwich geklemmte Scheibe enthält den großen Direktantriebsgenerator der getriebelosen Anlage. Mit der neuen Architektur spart sie das Gewicht des Gehäuses, das sich aber noch um die Anlagen der Zwei-MW-Klasse wölbt – wie auch bei der E-103 EP2.

„Enercons weltweite Aufbaubilanz weist derzeit mehr als 29.075 Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von über 50,027 GW aus“, bilanzierte Enercon.

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