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19,1 Gigawatt frische Windstromkapazität in Europa: Türkei erstmals auf Rang Zwei

Gestützt auf einen sehr starken deutschen Windparkzubau weit vor alle anderen Windkraftmärkten des Kontinents waren am Jahresende Kontinent-weit genau 19.139 Megawatt (MW) neu in Betrieb. Es war erstmals wieder fast exakt dasselbe, was im Jahr des bisherigen Bestwerts 2022 dazugekommen war. Damals hatte Wind Europe 19.128 MW bilanziert. Am Donnerstag meldete Wind Europe nun also im Verhältnis dazu die symbolische schwarze Null – bei im Vergleich nun 11 MW mehr und damit bis im Promillebereich identischen neuen Erzeugungskapazitäten.

Bei der Vorjahresbilanz im Februar vergangenen Jahres hatte der europäische Windenergieverband allerdings noch Netzanschlüsse für Windstromerzeugungskapazitäten mit 22,5 GW erwartet. Nach einem enttäuschen ersten Halbjahr korrigierte Wind Europe dies Anfang September auf 19 GW. Dass Europa Windenergiewende nach zwei vorausgegangenen Jahren 2023 und 2024 mit rückläufigem Zubau wieder Fahrt aufnimmt, ist nach Deutschlands 5.735 MW zunächst der geografisch nur zum kleinen Teil dem Kontinent zuzurechnenden Türkei zu verdanken. Sie steuerte 2,1 Gigawatt (GW) zum Errichtungsjahr bei. Während das Land ganz im Südosten Europas damit erstmals zweitbester Windkraftmarkt des Kontinents war, erreichten dahinter noch fünf mehr oder weniger lange etablierte europäische Länder einen Zubau mit Gigawattvolumen. So bauten die Windenergieunternehmen in Schweden, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Finnland abgestuft in dieser Reihenfolge gerundet 1,8 GW, 1,6 GW, 1,4 GW, 1,3 GW und 1 GW dazu.

Europäischer Windkraftzubau 2025 nach Ländern

WindEurope

Europäischer Windkraftzubau 2025 nach Ländern

Zu den Ländern, die wenigstens noch mindestens ein halbes Gigawatt beisteuerten, gehören gemäß der Wind-Europe-Zusammenstellung die zwei osteuropäischen Länder Polen mit genau 800 MW und Litauen mit 759 MW. Italien war mit 579 MW an neu in Betrieb genommener Windkraft noch der zehntwichtigste Markt des vergangenen Jahres und kam ebenfalls über diese Schwelle. Ein weiteres Länderquartett mit jeweils einander ähnlicher gemessener Aktivität der Turbinenerrichter meldete dahinter Zubauwerte im Bereich von etwas unterhalb und etwas über 300 MW: Griechenland erzielte einen Windparkzubau bei 340 MW, Rumänien bei 330, die Ukraine bei 325 und Österreich bei 285 MW. Weitere 13 Länder mit nur geringem Zubau trugen die restlichen 828 MW zu Europas Installationsjahr 2025 bei.

Auffällig an den Daten ist unter anderem, dass mit Deutschland, Türkei, Schweden, Spanien und Litauen nur die Hälfte der ersten zehn Länder deutlich dazugewonnen haben. Die anderen nationalen Topmärkte Europas mit Ausnahme Polens, wo es im Vorjahr fast gleiche 805 MW waren, verloren mehr oder weniger deutlich an Zubautempo. Während Italien vergleichsweise mit 579 MW neu angeschlossener Kapazität im Verhältnis zu 685 MW im Vorjahr noch eher glimpflich davon kam, gingen die Märkte in Großbritannien, Finnland und Frankreich um 650, 400 und 300 MW klar zurück.

Das in der Europäischen Union (EU) geplante Ziel für 2030 einer Windstromerzeugung mit 425 GW rückt nun noch einmal weiter in die Ferne, wie Wind Europe verdeutlicht. An den Ausbauplänen und Ausschreibungsfahrplänen der Länder gemessen wird die EU im ersten Jahr zu Beginn des nächsten Jahrzehnts eine Nennleistung von 343 GW erreichen. Noch vor einem Jahr hatte Wind Europe nach der damals schon wiederholten Korrektur der 2030-Prognose einen Wert von 350 GW angenommen.