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Kommentar

Gegen den Trend

Nach positiven Nachrichten muss man in den vergangenen Monaten regelrecht suchen. Krieg, Krise, Preiserhöhungen dominieren die Schlagzeilen. Doch es gibt Lichtblicke der Stabilität. So hat Naturstrom jetzt ein Stromprodukt mit einer Preisgarantie bis 2030 aufgelegt.

Man mag sich die Augen reiben. Hieß es bisher nicht, Flexibilität und die Anpassung des Verbrauchs an die wetterabhängige Erzeugung seien alles? Das ist auch richtig. Doch für viele Haushaltskund:innen ohne eigene Solaranlage, ohne elektrische Wärmeerzeugung, und ohne Elektroauto vor dem Eigenheim ist es schwer, den Stromverbrauch zu flexibilisieren.

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Sie sind tagsüber nicht zu Hause, wenn der Strom preiswert ist. Die Waschmaschine so zu programmieren, dass sie in den Mittagsstunden läuft, wenn die Strompreise derzeit niedrig sind, ist zwar möglich, aber ziemlich realitätsfern. In der Regel läuft sie immer noch am Abend, wenn die Strompreise an der Börse wieder hoch sind.

Erneuerbare sichern den Strompreis ab

Dafür zahlen die Haushalte mit einem fixen Arbeitspreis, der diesen Mix abbildet. Noch sind die Strompreise dank des beschleunigten Ausbaus der erneuerbaren Energien in den Jahren der Ampelregierung bisher ruhig. Die Energiewirtschaft erwischt die jetzige Krise nicht so unverhofft, wie die nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine.

Umfrage: Bundesbürger verlangen Speicher statt Erdgaskraftwerke

Doch ganz beruhigt in die Zukunft schauen die Stromkund:innen dennoch nicht. Denn die Strompreise hängen in Deutschland immer noch zu sehr am teuren Gas. Erdgas bestimmt den Preis an der Börse, nicht die Erneuerbaren. Die Gasspeicher sind laut Bundesnetzagentur derzeit nur zu gut 23 Prozent gefüllt. Das sind zwar nur sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Doch anders als 2025 sind die Preise für Gasimporte zusammen mit den Spritpreisen gestiegen. An den Tankstellen ist derzeit etwas Entspannung spürbar, was auch auf den Gaspreis durchschlägt.

Füllstand der Gasspeicher unsicher

Die Unsicherheit ist: Wenn der Krieg der USA und Israels gegen den Iran weitergeht und die Öltanker weiter an der Straße von Hormus festhängen, schlägt dies auf die Sprit- und letztlich auch auf die Gaspreise durch. Dann wird es eine Herausforderung, die Gasspeicher planmäßig zu füllen, auch wenn das Ziel bis zum 1. November bei nur 70 Prozent liegt – leicht unterhalb des Füllstands des vergangenen Jahres. Sollte das nicht gelingen und die Bundeswirtschaftsministerin tatsächlich auf die Bremse beim weiteren Ausbau der Erneuerbaren treten, könnte dies durchaus auf die Strompreise durchschlagen.

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Technologien kombinieren

Hier kommt das Angebot von Naturstrom gerade recht. Die Kalkulation des Strompreises über viele Jahre hinweg scheint zwar komplex. Doch die Idee dahinter zeigt genau das, was die Ökoenergiebranchen schon seit Jahren predigen: Die Windkraft und die Photovoltaik ergänzen sich vom Erzeugungsprofil her perfekt. Das ist auch der Ansatz von Naturstrom. Denn das Unternehmen kann auf ein wachsendes eigenes Portfolio an Solar- und Windkraftwerken zurückgreifen und kennt so die Erzeugungspreise genau. Den Rest deckt Naturstrom nach eigenen Angaben mit Wasserkraft ab. Auf diese Weise wird die Stromversorgung abgesichert und die Preise bleiben kalkulierbar.

Funktioniert auch im Großen

Es ist ein Ansatz, der im Großen auch funktionieren würde, wenn endlich mehr Erneuerbare in intelligentere Netze fließen würden. Hier geht es nicht nur um intelligente Messsysteme, die immer noch flächendeckend fehlen, sondern auch um die Gesamtbetrachtung der Energiewende und der Einspeisung der Ökostromanlagen. Es zeigt auch, dass ein stabiler Strompreis trotz wetterabhängiger Erzeugung möglich ist – zu gut 30 Cent pro Kilowattstunde auch noch in einer übersichtlichen Höhe. Hinzu kommt noch ein Cent pro Kilowattstunde für den weiteren Ausbau der Ökostromversorgung.

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Preise sinken nur mit Ökostrom

Denn eins ist klar: Solange die Gasstrategie von Katherina Reiche (CDU) im Gespräch ist, werden die Strompreise nicht weiter sinken. Im Gegenteil: Je mehr Gas im System ist, desto unsicherer werden die Kosten für die Verbraucher:innen, ohne dass die Netz- und Redispatchkosten sinken. Das Angebot von Naturstrom ist mehr als nur ein neues Produkt. Es ist eine Ansage an die derzeit bundespolitisch Verantwortlichen, endlich die Energiewende als Gesamtheit zu denken.