Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Es ist heiß in Europa. Spanien und Frankreich, aber auch Großbritannien und der Südwesten Deutschlands erleben in diesem Sommer eine Hitzewelle nach der anderen. Laut aktuellen Daten des europäischen Copernicus-Dienstes zum Klimawandel lagen die Temperaturen in Westeuropa 2,78 Grad Celsius oberhalb der Durchschnittstemperatur dieser Monate in den Jahren 1980 bis heute. Es waren der heißeste Juni und Juli seit Beginn der Aufzeichnungen.
Energiekrise wegen Niedrigwasser
Im Osten Europas wiederum sorgt die Trockenheit für handfeste Energiekrisen: So musste in Ungarn das Atomkraftwerk Paks abgeschaltet werden, weil die Donau nicht mehr ausreichend Kühlwasser liefert. Fast die Hälfte der ungarischen Stromversorgung stammt aus diesem Kraftwerk. In Deutschland erschwert Niedrigwasser Transporte per Binnenschiff.
Bitter ist, dass diese Szenarien schon seit Jahrzehnten von der Wissenschaft exakt so beschrieben wurden. Nur ist zu wenig passiert, um die Entwicklung aufzuhalten.
Atomkraft schwächelt wegen niedriger Flusspegel
Nun sind dafür einerseits die Regierungen verantwortlich. Derzeit erleben wir ein Wiedererstarken von Klimaschutzleugnern oder -aufweichern in politischer Verantwortung. Das beginnt in den USA, wo die Regierung Offshore-Windprojekte zurückkauft, damit Geld dann in fossile Infrastruktur investiert werden kann. Und es geht weiter über die Aufweichung des Verbrenner-Verbots in Europa bis hin nach Deutschland, wo die geplante Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sich als massive Bremse der Energiewende erwiesen könnte, sollte die Politik nicht noch umsteuern.
10.000 Hitzetote allein in Deutschland
Nach neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts sind allein in Deutschland durch die heftige Hitzewelle Ende Juni fast 10.000 Menschen gestorben. Dass ein Bündnis aus 30 Verbänden und Organisationen angesichts dessen einen Hitzegipfel der Politik noch fordern muss, ist beschämend.
Hoffnung macht, dass womöglich hinter den Kulissen mehr passiert, als wir derzeit wahrnehmen. So wird die Vergabe von Krediten an Unternehmen auch in Deutschland an ein sogenanntes ESG-Scoring geknüpft: Es bewertet, wie gut Unternehmen und Portfolios mit Risiken in den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) umgehen.
Klimaschutz ist populärer als Politiker glauben
Trotz Bremsern geht die Energiewende weiter
Gleichzeitig geht die Energiewende weiter: 58 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms stammten im ersten Halbjahr 2026 aus erneuerbaren Energien. Die Zulassungszahlen für E-Autos steigen. Die Wärmepumpe ist die beliebteste neu eingebaute Heizung. Hinzu kommt die Zufriedenheit derer, die umgestiegen sind. Sie wirken als Multiplikatoren im Freundeskreis, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Aufgabe der Politik wäre es jetzt, diese Entwicklungen zu unterstützen, statt sie auszubremsen.
Netzpaket und EEG bremsen den Ausbau – Klimaziele und hunderttausende Jobs bedroht!
Aber vielleicht kommt eine andere Botschaft in Berlin besser an: Konsequenter Klimaschutz vermeidet Schäden in Milliardenhöhe. Große Versicherungen und Rückversicherer warnen schon lange vor den Kosten und Risiken des Klimawandels. Dieses Argument gewinnt angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Hitzewellen an Stärke: Die Stahlproduktion könnte wegen der Einschränkungen in der Binnenschifffahrt zum Erliegen kommen, die Chemieindustrie warnt vor Einbrüchen, Bauernverbände rechnen mit Ernteausfällen. Die CDU rühmt sich ihrer Wirtschaftskompetenz. Jetzt wäre die Gelegenheit, das zu beweisen.