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Solarthermie

Kalifornien ändert Förderrichtlinien

Die kalifornische Regulierungsbehörde (California Public Utilities Commission – CPUC) hat das Solarthermieprogramm der Kalifornischen Solarinitiative verändert und erweitert. Über die neuen Regelungen fördert der Bundesstaat sowohl solarthermische Prozesswärme als auch Technologien zur solaren Kühlung, zur Raumheizung und Systeme, die mehrere Anwendungen kombinieren.

Ergebnisse der Förderung maximieren

Die CPUC hat auch die Art und Weise verändert, wie die Rabatte für bestimmte Systeme innerhalb des Programms gezahlt werden. Im Gegensatz zur vorherigen Förderung koppelt sie die Unterstützung jetzt an die Leistungsfähigkeit des Systems. „Die Ziele, die sich der Staat gesetzt mit der Förderung von solarthermischen und anderen erneuerbaren Energien gesetzt hat, werden maximiert, wenn die erneuerbaren Technologien, die wir anwenden, mit ihrer maximalen Effizienz arbeiten“, begründet die CPUC die neue Förderrichtlinie. „Weil die Inbetriebnahme und der Betrieb des Systems letztlich am Anlagenbetreiber liegt, kann die Zahlung der Vergünstigungen auf der Basis der aktuellen Performance des Systems langfristig als eine Förderung von Anlageneignern fungieren, die absichern, dass das System auch mit maximaler Effizienz läuft.“ Damit geht Kalifornien einen Weg, den sich viele Protagonisten in der Solarthermiebranche schon lange wünschen: Dass die Förderung nicht mehr an der Größe des Kollektorfeldes, sondern an der Effizienz der Anlage festgemacht wird.

Auf Großanlagen beschränkt

Allerdings müssen nur Systeme zur Erzeugung von Prozesswärme, solare Kühlsysteme, Kombinationssysteme aus Raumheizung und Warmwasserbereitung auf Mehrfamilienhäusern sowie große Anlagen mit einer installierten Leistung von über 250 Kilowatt an dieser performanzgebundenen Förderung teilnehmen. Die Betreiber von einfachen Anlagen zur Raumheizung und Warmwasserbereitung auf Einfamilienhausdächern können sich entscheiden, ob sie an der performanzbasierten Förderung teilnehmen oder dem alten Fördersystem den Vorzug geben. In diesem zahlte der Bundesstaat die Förderung pro eingesparter Menge an Erdgas oder Strom, je nachdem welche Art von Heizung die Solarthermieanlage ersetzt. Für die Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Systems muss der Hausbesitzer Kollektoren einsetzen, die eine OG-300-Zertifizierung der Solar Rating and Certification Corporation (SRCC) bekommen haben. Anhand der von der SRCC ermittelten Leistungsdaten kann man für jede Klimazone in den USA die mit der Anlage im ersten Betriebsjahr eingesparten und ersetzten Erdgas- oder Strommengen hochrechnen. Aus dieser Hochrechnung ermittelt die CPUC die konkrete Fördersumme für jede einzelne Anlage aus und zahlt dem Betreiber den Betrag in einer Einmalzahlung aus.

Zertifizierte Kollektoren installieren

Die Vergünstigungen für Anlagen auf Mehrfamilienhäusern und Fabriken werden auf der Basis der aktuell gemessenen Energie gewährt, die das System an das Gebäude liefert. Um diese Energiemenge zu bestimmen, müssen die Hauseigentümer oder Unternehmer 60 Tage lang den Wärmeverbrauch des Gebäudes messen, es sei denn, der Gebäudetyp steht auf einer Liste der Amerikanischen Vereinigung der Heizungs-, Kühlanlagen und Klimaanlagentechniker mit standardisierten Verbrauchsmengen. Danach werden die Einsparungen an Gas oder Strom über eine spezielle Software errechnet. Voraussetzung ist die Installation von Kollektoren, die eine OG-100-Zertifizierung der SRCC bekommen haben. Die daraus ermittelte Förderung wird über zwei Jahre alle drei Monate gezahlt. Im ersten Jahr bekommen die Anlagenbetreiber 70 Prozent der erwarteten Energieeinsparung bezahlt. Gleichzeitig müssen die Anlagenbetreiber die Erträge des Systems über einen Ertragsmesser bestimmen. Darüber wird dann die tatsächliche Einsparung von Gas oder Strom errechnet. Das Ergebnis dient dann zur Bestimmung der Förderzahlungen im zweiten Jahr. „Dieses Fördersystem wird nur für sehr große Systeme angewandt, weil die zusätzlichen Kosten für das Metering und den Datentransfer als ein Anteil der gesamten Systemkosten für solche großen Anlagen vergleichsweise gering ist“, begründet die CPUC die Beschränkung.

Kühlsysteme in der Testphase

Außerdem werden die solar unterstützten Absorptionskühlmaschinen zunächst nur in einem Pilotprogramm gefördert, um die Performance, die Haltbarkeit und die Wirtschaftlichkeit der Technologie zu testen. Die Förderung dieser Anlagen begrenzt die CPUC auf 10 Millionen Dollar und sie werden auch nur im Einzugsgebiet von Pacific Gas and Electric Company, Southern California Edison, San Diego Gas amp; Electric und Southern California Gas Company gewährt. (Sven Ullrich)