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Strommarkt: Verhaltenes Wachstum bei erneuerbaren Energien trotz Photovoltaik-Boom

Mit rund 290 Terawattstunden wurde 2025 nur etwa ein Prozent mehr erneuerbarer Strom erzeugt als im Vorjahr. Nach Auswertungen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie stieg der Anteil am Bruttostromverbrauch von 54,4 Prozent im Jahr 2024 auf 55,1 Prozent. Das verhaltene Wachstum resultiert aus witterungsbedingten Rückgängen bei Windenergie und Wasserkraft, die durch den Photovoltaik-Ausbau nur teilweise kompensiert werden konnten.

Windenergie leidet unter schwachem Wind

Die Windenergie blieb 2025 mit 133,7 Terawattstunden zwar der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix, musste jedoch aufgrund eines historisch windschwachen Frühjahrs Einbußen hinnehmen. Die Stromerzeugung ging gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent zurück. An Land sank die Produktion um sechs Prozent auf 107,2 Terawattstunden, während die Offshore-Windenergie mit einem Plus von zwei Prozent auf 26,5 Terawattstunden leicht zulegte.

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Positiv entwickelte sich der Anlagenzubau: Mit 4.610 Megawatt wurden 80 Prozent mehr neue Windenergieanlagen an Land installiert als 2024. Ende 2025 waren Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von über 68.100 Megawatt an Land und 9.700 Megawatt auf See installiert. Um das im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegte Ausbauziel für Wind an Land von 115 Gigawatt im Jahr 2030 zu erreichen, ist allerdings eine erhebliche Beschleunigung des Ausbautempos notwendig.

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Photovoltaik kompensiert Rückgänge teilweise

Die Solarstromerzeugung stieg 2025 um 21 Prozent auf 91,6 Terawattstunden. Damit ist die Photovoltaik nach der Windenergie und vor Braunkohle und Erdgas der zweitwichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Das Wachstum resultierte aus dem anhaltenden Zubau neuer Anlagen und vergleichsweise sonnigem Wetter. Die installierte Leistung des Photovoltaik-Anlagenparks wuchs um etwa 17.600 Megawatt oder 17 Prozent auf fast 120.000 Megawatt.

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Der Zubau verteilte sich etwa hälftig auf Gebäudesolaranlagen mit rund 8.100 Megawatt und Freiflächenanlagen mit etwa 8.300 Megawatt. Zusätzlich wurden rund 1,3 Millionen Balkonsolaranlagen installiert, die allerdings nur etwa 1.250 Megawatt zur Gesamtleistung beitrugen. Das für 2026 festgelegte Zwischenziel von 128 Gigawatt ist aktuell in Reichweite. Um das Ausbauziel von 215 Gigawatt im Jahr 2030 zu erreichen, bleibt jedoch ein weiterer Zubau von jährlich etwa 20 Gigawatt notwendig.

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Wasserkraft und Biomasse unter Vorjahr

Aufgrund eines außergewöhnlich trockenen Jahres lag die Stromerzeugung aus Wasserkraft mit 16,9 Terawattstunden 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Stromerzeugung aus Biomasse und biogenem Abfall blieb mit 47,8 Terawattstunden ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau von 49,7 Terawattstunden. Fast zwei Drittel des aus Biomasse gewonnenen Stroms wurden dabei aus Biogas und Biomethan gewonnen.

Die verhaltene Entwicklung zeigt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor zwar vorankommt, jedoch stark von Witterungsbedingungen abhängig bleibt. Während die Photovoltaik auf Kurs liegt, müssen insbesondere bei der Windenergie an Land und auf See die Ausbauziele noch deutlich beschleunigt werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen.