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Europas Offshore-Windparkbau (noch) im Zwei-Gigawatt-Tief

Gerade einmal 2,0 Gigawatt (GW) betrug gerundet die im vergangenen Jahr europaweit hinzugekommene Windparknennleistung. Dazu trugen noch vier Windparks bei, wie Wind Europe jüngst bilanzierte. In Großbritannien nahmen 66 Turbinen des Windparks Dogger Bank A mit 834 Megawatt (MW) die Stromerzeugung auf, der eine Gesamtkapazität von 1,2 GW erreicht. Mitte Februar meldeten die beteiligten Unternehmen die abgeschlossene Errichtung der letzten der 95 GE-Anlagen mit jeweils 13 MW. Außerdem kamen die letzten 26 Turbinen des 92-Turbinenfeldes Neart na Goithe mit 216 MW ebenfalls im Vereinigten Königreich ans Netz. Deutschland nahm im vergangenen Jahr 503 MW auf See neu in Betrieb – davon 28 Turbinen mit im Windfeld Borkum Riffgrund, das demnächst mit 913 MW einspeisen soll, sowie 13 Turbinen für Meereswindpark He Dreiht. Und in Frankreich stellten die Bauteams des Nordsee-Windparks Îles d’Yeu and Noirmoutier 51 Turbinen mit je 11,4 MW und zusammen 408 MW in Dienst. Die gesamten 488 MW sollen noch früh in diesem Jahr komplett einspeisen. Ganz exakt gerechnet betrug der Kapazitätszubau in den Meeren um Europa 2025 somit 1.961 MW.

Nie in den vergangenen 10 Jahren hatte es einen derart geringen Windkraft-Kapazitätszubau auf europäischer See gegeben. Zuletzt waren es 2016 weniger, nämlich nur gerundete 1,5 GW. Seither sprangen die jährlichen Zubauwerte zwischen 2,6 GW im Jahr 2024 und 3,7 GW im Jahr 2018 und nochmals im Jahr 2023 hin und her.

Verantwortlich für die geringen Meereswindkraftinstallationen sind gemäß Wind Europe „Bauverzögerungen“ beim Stromnetzanbau und insbesondere Engpässe beim Bau der Umspannstationen.

Nun allerdings sehen die Prognosen des europäischen Windenergieverbandes eine sofort stark zunehmende jährliche Netzanschlussleistung für Offshore-Windparks in Europa vor. So sollen schon 2026 rund 6,19 GW zusammenkommen, 2027 genau 7,34 GW und 2028 werden es gemäß Wind-Europe-Prognose zusammen 7,54 GW werden.

Doch ein größeres Potenzial zeichnet sich klar ab. Zwar waren im vergangenen Jahr Ausschreibungsvolumen von 3 GW in Dänemark, 2,5 GW in Deutschland und 1 GW in den Niederlanden an mangelndem Bieterinteresse gescheitert – die Länder beendeten dort Bieterrunden ergebnislos oder sagten sie aufgrund absehbaren Scheiterns vor dem Auktionstermin ab. Außerdem dürften zu langsamer Netzausbau, Verzögerungen bei den Genehmigungen, Engpässe in den Lieferketten von Windturbinen- und Netzkomponenten sowie eine langsamere als erwartete Elektrifizierung der Wirtschaft auch weiterhin den Windparkausbau auf See bremsen. Dennoch ist das große neue Potenzial nicht mehr zu übersehen: 6,8 GW neue Offshore-Windkraft bezuschlagten europäische Staaten im vergangenen Jahr. Offshore-Windpark-Investoren meldeten im vergangenen Jahr zudem finale Investitionsentscheidungen für 5,4 GW.