Viele Landwirte wollen ihre Energierechnung mit eigenem Solarstrom senken. Doch wenn es an Investitionsmitteln für die Energiewende auf dem Hof fehlt, gibt es gute Möglichkeiten, Sonnenstrom auch ohne eigene Investition in die Anlage nutzen zu können. Wie das geht, zeigt der Bio-Obsthof Größe in Heilbronn-Biberach.
Dort haben die Experten von Wirsol eine Photovoltaikanlage installiert. Um mehr Sonnenstrom vor Ort nutzen zu können, haben sie auch noch einen Speicher integriert. Mit dem Projekt will der Landwirt gezielt seine Energieversorgung nachhaltiger gestalten und die Eigenstromproduktion steigern, um unabhängiger von den Risiken der Strommärkte zu werden. Dazu haben die Handwerker 536 Solarmodule auf dem Dach eines Lagergebäudes auf dem Hof installiert. Diese liefern mit ihren 220 Kilowatt Leistung jedes Jahr rund 200.000 Kilowattstunden sauberen Strom.
Mehr Unabhängigkeit vom Versorger
Spacemedia – Steffen Hoffner/Wirsol Aufdach
Wird dieser Strom nicht direkt zum Zeitpunkt der Produktion verbraucht, lagert der Landwirt ihn in dem Speicher mit einer Kapazität von knapp 213 Kilowattstunden zwischen. Das erhöht die Flexibilität des Systems deutlich. Auf diese Weise kann der Landwirt immerhin etwa 56,8 Prozent des produzierten Stroms vor Ort nutzen. Er kann mit dem gesamten System immerhin 67,4 Prozent seines Stromverbrauchs decken. Damit leistet die Solaranlage einen erheblichen Beitrag zur Unabhängigkeit von externer Stromversorgung. Zusätzlich spart der Landwirt Netzanschlusskosten. Denn der Speicher optimiert nicht nur den Eigenverbrauch, sondern kappt auch gezielt Lastspitzen, die durch das Einschalten großer elektrischer Verbraucher entstehen.
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20 Jahre günstigen Sonnenstrom beziehen
Da der Landwirt nicht selbst in die Anlage investieren wollte, hat dies Wirsol übernommen. So kann sich der Obsthof auf Investitionen in die landwirtschaftliche Produktion konzentrieren. Über ein Contractingmodell liefert Wirsol den Solarstrom an den Obsthof zu einem auf 20 Jahre fixierten günstigen Strompreis. Diese Dienstleistung sorgt für planbare und vor allem langfristig günstige Stromkosten für den Betrieb.
Nachhaltigkeit nicht nur in der Landwirtschaft
Dazu kommt noch der Gewinn an Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Natur. Schließlich bewirtschaftet der Obsthof Gräßle seit über 35 Jahren seine Bio-Obstplantagen in Heilbronn-Biberach nach Demeter-Richtlinien. Nachhaltig ist auf dem Hof künftig nicht nur das Anbaukonzept, sondern auch die Energieversorgung. „Für uns war es sehr wichtig, die nachhaltige Landwirtschaft auch in der Energieversorgung fortzuführen“, erklärt Jürgen Gräßle, Inhaber des Bio-Obsthofes. „Darauf achten auch unsere Kunden. Mit der Unterstützung von Wirsol haben wir eine effiziente Lösung gefunden, die ökologisch und vor allem wirtschaftlich überzeugt“, sagt er.
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Stromspeicher werden wichtiger
Johannes Groß, Geschäftsführer von Wirsol, ergänzt: „Mit unserem Projekt auf dem Obsthof Gräßle zeigen wir, wie landwirtschaftliche Betriebe durch den Einsatz von Photovoltaik und Speichern wirtschaftlicher werden und aktiv zur Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen beitragen können. Dabei werden gerade große Stromspeicher für das Gesamtsystem immer bedeutender, da sie die Wirtschaftlichkeit der verbundenen Photovoltaikanlagen deutlich erhöhen“, weiß Johannes Groß.