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2025: Vier neue Meereswindparks stöpseln ein, doch Deutschland verfehlt 2030-Ziel

Der Offshore-Windkraftausbau in Deutschland hat Ende 2025 die in Nord- und Ostsee installierte Erzeugungskapazität auf rund 9,75 Gigawatt (GW) angehoben. Das besagt die Auswertung des nationalen Zubaugeschehens durch Deutsche Windguard. Das Unternehmen hat wie in den Vorjahren im Auftrag von sechs Offshore-Windenergie-Organisationen die Bilanz zum „Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland“ geschrieben.

Die Deutsche Windguard berücksichtigt 518 Megawatt (MW) neu angeschlossener Nennleistung, wo projektentwickelnde Unternehmen diese als 2025 mit dem Einspeisen startende Erzeugungskapazitäten ins Marktstammdatenregister eingetragen haben. Die neu scharf gestellte Erzeugungskapazität verteilt sich auf zwei Nordseewindfelder – durch die Inbetriebnahmen der ersten 28 Siemens-Anlagen mit jeweils 11,55 MW im Windpark Borkum Riffgrund 3 und der ersten 13 Vestasturbinen mit 15 MW im Windpark He Dreiht. Wobei die 83 Windenergieanlagen von Borkum Riffgrund 3 mit 959 MW von Energiekonzern Ørsted aus Dänemark und dem von Frankfurt aus geführten Europageschäft der Infrastrukturinvestmentplattform Nuveen schon 2024 komplett fertig installiert waren. Doch die um ein Jahr verspätete Errichtung der Umspannplattform für diesen Windpark ließ Netzanschlüsse der Turbinen erst ab Anfang Dezember 2025 zu.

Bis Ende Dezember waren gemäß dem Register der Bundesnetzagentur (BNetzA) 28 Anlagen mit zusammen 323 MW in Borkum Riffgrund 3 Betrieb. Die Monteure des Turbinenzulieferers Siemens Energy werden die weiteren 55 schon fertig errichteten Anlagen in den kommenden Wochen nach und nach in Betrieb nehmen. Im Baugebiet des künftigen 960-MW-Windparks He Dreiht von EnBW standen zum Jahreswechsel offenbar weitere 19 fertig installierte Windenergieanlagen bereit für den Netzanschluss. Außerdem sind mehr als 30 Fundamente zusätzlich in den Seeboden dieses Standorts eingetrieben – säulenförmige eingerammte Monopiles mit 9,2 Meter Durchmesser und 70 Meter Länge. Das EnBW-Projekt hat sich ebenfalls verspätet, es hätte schon Ende 2025 komplett mit der Stromeinspeisung starten sollen.

Zusätzlich erfolgten die kompletten Monopile-Gründungen im zweiteiligen Nordsee-Windpark Nordseecluster A von RWE mit 44 Gründungspfählen und im Ostseefeld Windanker von Iberdrola mit 21 Fundamenten. Windanker, woran Iberdola zu einem 49-Prozent-Anteil auch den japanischen Konzern Kansai beteiligt, erhielt bis zu 84 Meter lange Monopiles, auf denen das spanisch-japanische Konsortium 15-MW-Anlagen des Siemens-Typs SG 14-236 noch in diesem Jahr installieren will. RWE wiederum will Nordseecluster A noch ab 2026 mit Vestas-Turbinen V236-15 MW bestücken und den kommerziellen Betrieb der damit zur Verfügung stehenden 660 MW allerdings 2027 starten. An Nordseecluster A ist RWE zu 51 Prozent und der Fonds Norges Bank Investment Management zu 49 Prozent beteiligt.

2032 erst wird Deutschland die zwei Jahre vorher vorgesehene 30-Gigawatt-Marke erreichen

Dabei kommt der Offshore-Windkraft-Ausbau nicht so schnell voran, wie es das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) vorsieht. Von Ende 2030 an sollten 30 GW Erzeugungskapazität zur Verfügung stehen. Doch es dürften dann erst rund 20 GW sein. Folgt danach der Zubau noch wie aktuell erwartet, wird die Meereswindkraftbranche zwei Jahre später die noch fehlenden 10 GW errichtet haben.

Die für 2040 gemäß WindSeeG vorgesehenen 40 GW wären hingegen zu schaffen. Während die aktuell in Bau befindlichen 2,4 GW in den Bauzonen von Nordseecluster A, Windanker sowie He Dreiht und Borkum Riffgrund 3 nun gesichert zustande kommen, sind für weitere 2,6 GW schon die Investitionsentscheidungen getroffen. Dazu gehören die Windparkvorhaben Nordlicht 1 und 2 von Vattenfall mit zusammen fast 1,7 GW aus 112 V236-15 MW sowie Nordseecluster B mit 900 MW. Zusätzlich müssten fürs Erreichen des 2040-Zieles die 17,5 GW fertig werden, die schon bezuschlagt oder wie das spezielle küstennahe Ostsee-Windfeld Gennacker mit einem Netzanbindungsanspruch versehen und bisher noch nicht im Bau sind. Die dazu noch vorgesehenen Ausschreibungen der nächsten Jahre würden zusätzlich 11 GW bereitstellen – was ausreichen könnte, zumal das scharf gepeilt einen Puffer von gut 2,7 GW enthält.

Zufrieden sein dürften Politik und Wirtschaft mit Blick auf 2040 dadurch allerdings noch nicht. Denn eine Vereinbarung von 2022 der Bundesregierung mit den sechs nördlichen Bundesländern und den drei zuständigen Übertragungsnetzbetreibern sieht bis Ende nächsten Jahrzehnts einen gewünschten, wenngleich gesetzlich nicht abgesicherten Ausbau schon auf 50 GW vor. Dazu fehlen Stand heute weitere 6,8 GW, für die seitens der Politik noch Festlegungen erfolgen müssten.