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Foto: Vattenfall
Beruhigende Energiewendebotschaften

Vattenfalls Spotify-Mutmach-Playlist

Extra-entspannender-Fortschritt

Energiekonzern Vattenfall will mit beruhigenden Nachrichten die Zuversicht der Energiewendeanhänger und sein Image stärken – hörbar ab Montag.

Die „extra entspannenden Energiewende-Fortschritt-Tracks“ schaltet das schwedische Energieversorgungs-Unternehmen am Montag als Spotify-Playlist im Internet mit den ersten sechs Folgen frei. Das Prinzip lässt unverkennbar an die Lernmodule für Fremdsprachen aus den 1980-er und 1990-er Jahre zurückdenken. Deren Verkaufskonzept bestand darin, dass durch bloßes und vor allem entspanntes Mithören ausländischer Sprache sich neue Lerninhalte leichter im Gedächtnis einprägen. Bei dieser unverkrampften Lehrstoff-Aufnahme gebe es anders als beim traditionellen Auswendig-Pauken zu Hause oder als im traditionellen Frontalunterricht keine gedanklichen Blockaden mehr. Das neue Hörer-Angebot orientiere sich an Audio-Apps für Meditationsübungen oder zur Einschlafhilfe, lässt Vattenfall wissen.

Die an die Medien vorab als Hörprobe verschickten ersten Tracks lassen über die gelegentlich unfreiwillige Komik dieser Pädagogik des Energiekonzerns womöglich schmunzeln: „Ich bin nicht Ihre übliche softe, beruhigende Tonbandstimme, ganz einfach, weil ich keine softe, beruhigende Tonbandstimme habe“, sagte eine softe, beruhigende Tonbandstimme.

Am Beispiel des Tracks zur Windenergie lässt sich das werbestrategisch ausgetüftelte Prinzip der Imagekampagne sehr gut nachvollziehen: Gut durchgetaktet beginnt dieser mit drei Minuten Einführung durch lobende Aussagen zur Energiewende bei Vattenfall. Es folgen drei Minuten Zahlen zu den wettbewerblichen Fortschritten bei Windturbinenpreisen, vorgelesen aus dem aktuellen Bericht der internationalen Erneuerbare-Energien-Agentur Irena. Dann folgen drei Minuten Beschreibung dazu, wie Wind entsteht und wie Turbinen daraus Strom erzeugen. Die letzten rund drei Minuten erfahren die Hörenden von den sinkenden Stromproduktionskosten der Windparks.

Wer im Thema nicht Zuhause ist, findet die Daten möglicherweise besonders interessant. So ist zu lernen, dass die Turbinenkosten weltweit von 2010 bis 2018 um 22 Prozent gesunken sind. Die Daten besagen, dass die Kosten auch 2018 um nochmals 6 Prozent zurückgingen, weil der Ausbau der Windkraft in Indien und China mit relativ kostengünstigen Produktionsstrukturen zu Buche schlug. Es folgen viele Zahlen mehr – etwa auch zu den Gesamtkosten der 2018 installierten Onshore-Windparks, die länderspezifisch durchschnittliche 1.170 US-Dollar pro installiertem Kilowatt (kW) in China betrugen, 1.200 US-Dollar pro kW in Indien, 1.660 US-Dollar pro kW in den USA, 1.820 US-Dollar pro kW in Brasilien, 1.830 US-Dollar pro kW in Deutschland, …..

„Ich weiß, das waren viele Zahlen. Sie brauchen sich nicht jede einzelne davon merken, aber sie weisen in die richtige Richtung. Und das ist es, woran man sich erinnern sollte“, lautet hierzu die Vattenfall-Botschaft. Und: „Sind Sie noch dabei, eingeschlafen – oder zumindest etwas schläfrig geworden? Nein, dann fahre ich fort.“

Ähnlich informiert Vattenfall auch in den anderen der ersten sechs Tracks: ob zu Photovoltaik, zur Elektrifizierung des Verkehrs und der Industrie, zur Energieversorgung mit klimaneutralem Wasserstoff und zur Wellenenergie.

Dabei kann das Unternehmen nicht ganz aus seiner Konzernhaut springen: Bei einer Aufzählung, welche konventionellen Stromquellen die Industrie durch die Nutzung von erneuerbaren Energien ersetzen kann, zählt der Konzern Öl, Kohle und Gas auf, aber nicht das spaltbare Material der Atomkraft – auch wenn es ihm erklärtermaßen um eines geht: Neue Technologien, „die den Fortschritt ohne fossile Brennstoffe vorantreiben", wie es in einem der Tracks heißt.

Vattenfall gehört zu den größten Entwicklern von Offshore-Windparks. Der Konzern hat sich aus der Kohlekraft bereits verbal verabschiedet und will bis 2030 seine gesamte Kohlenutzung für Wärmeenergie aufgegeben haben. Für die Kernenergie gibt es kein Bekenntnis, außer dass Vattenfall seine Reaktoren in Schweden auch noch bis nach 2040 weiternutzen möchte.

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