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Foto: EnBW
EnBW-Windpark Buchholz, Samtgemeinde Schwarmstedt in Niedersachsen, wurde zweimal erweitert auf insgesamt 24 Anlagen.

Windpark-Betreiber

Informationstag nicht verpassen: Partner für den Weiterbetrieb

Am 15.4. Technik-Talk von EnBW und CWS unter anderem zu „24/7 Remote Connect“ oder „Power Purchase Agreements und Wirtschaftlichkeit“.

Sehen Sie eine Chance, dass ein Bestandswindpark wirtschaftlich betrieben werden kann, wenn die EEG-Vergütung ausläuft?

Van Ritter: Absolut. Schauen wir zum Beispiel nach Dänemark, wo der Anlagenpark älter ist als bei uns in Deutschland. Insbesondere das kW-Segment mit einem durchschnittlichen Alter von 25 Jahren wird dort schon rund 10 Jahre außerhalb eines Förderregimes erfolgreich betrieben. Einzelne Anlagen sind sogar älter als 30 Jahre, und es wird dort bereits ein technischer Anlagenbetrieb bis zu 40 Jahren diskutiert. Das kann hier auch gelingen.

Wie sehen Ihre Erfahrungen mit Altwindparks aus?

Weber: Wir sind vielfach mit Asset Ownern im Gespräch und sehen, dass der Zustand ihrer Anlagen stark von der Motivation und den gegebenen Alternativen geprägt ist. Das Repowering ist oft „die“ Option, die primär in Betracht gezogen wird, und natürlich langfristig immer die erste Wahl. Doch mit Blick auf Genehmigungsfähigkeit und Finanzierbarkeit eignen sich nicht alle Standorte für ein Repowering. Somit kommt der Weiterbetrieb in Betracht. Dabei gibt es Asset Owner, die gut darauf vorbereitet sind: Weiterbetriebsgutachten, rechtssichere Pachtverträge, Fernsteuerbarkeit, Mess- und Rückbaukonzept usw. Der Betrieb von Altanlagen fordert aber deutlich mehr Management, verglichen mit einer Anlage mit Vollwartungsvertrag und EEG-Vergütung. Es gilt PPAs abzuschließen, das Wartungs- und Betriebskonzept auf Late-Lifetime umzustellen und alternative Herangehensweisen aktiv anzugehen. Wir sehen auch Rückbauprojekte, von denen ein Teil der Anlagen im Ausland erneut errichtet wird, oder die Vermarktung von Teilen auf dem Ersatzteilmarkt.

Welche Rolle spielt der Börsenstrompreis?

Clashausen: Der Börsenpreis ist der Referenzwert für einen Power Purchase Agreements(PPA)-Preis, also quasi der „Erlöskuchen“, der zwischen den Beteiligten aufgeteilt werden kann. Es ist wichtig zu wissen, dass der Börsenpreis und der Wind-/PV-Stromwert nicht gleichgesetzt werden können. Die Wertigkeit des Windstroms ist ca. 20 Prozent niedriger als der Standard-Börsenpreis.

Wie gehen Sie mit dem Thema Wartungs- und Reparaturverträge um?

Van Ritter: Unsere Angebotspalette reicht vom singulären Wartungsauftrag, über ereignisbezogene Großreparaturen bis zur Lieferung und Rücknahme von Ersatzteilen. Die Kompetenz bei der Wartung von Bestandsanlagen liegt in der Erfahrung und der Dokumentation. Zudem liegt ein Fokus auf der Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Hier sehen wir u.a., dass sich der Markt für gebrauchte und überholte Ersatzteile dynamisch entwickelt. So ist die Rücknahme und Überarbeitung von defekten Hauptkomponenten heute Standard, damit ist eine Versorgung für Mid- und Late-Lifetime Assets tendenziell gesichert. Bei den OEM dürfte dagegen die Ersatzteilvorhaltung für Altanlagen sukzessive rückläufig sein.

Was passiert im Falle eines relativ baldigen Totalschadens?

Van Ritter: Im Einzelfall haben wir bereits Windturbinen mit Totalschaden komplett neu aufgebaut. In der Regel wird aber der Schaden über Versicherungen geregelt und der Anlagenbetreiber entschiedet individuell, wie weiter verfahren wird.

Wie sieht die Stromvermarktung aus den Altwindparks aus? Kümmern Sie sich auch darum?

Clashausen: Wir bieten drei grundsätzliche Vermarktungsmodelle: Vermarktung zum Fixpreis, zum Monatsmarktwert und zum SPOT-Preis. Dabei ist für uns die Vermarktung der grünen Qualität in Form von HKNs essenziell. Der Vermarkter übernimmt, wie auch schon im Falle der klassischen Direktvermarktung, die Dienstleistungen wie das Bilanzkreismanagement, Marktkommunikation, Prognose und Handelszugang und -aktivitäten. Der Anlagenbetreiber sollte sich überlegen, in wieweit er Volumen- und/oder Preisrisiken übernehmen möchte. Ist man z.B. verpflichtet, eine Mindestlieferung zu produzieren/zu liefern? Erfolgt eine Vergütung bei negativen Börsenpreisen? Wie gehen die Vertragsparteien mit technischen Schäden um? Die Übernahme von Risiken hat einen Einfluss auf den PPA-Preis. 

Weitere Informationen: Treffen Sie unsere Experten beim Technik-Talk von EnBW und CWS: Donnerstag, 15.4.2021, 9 bis 16 Uhr

Sie haben den ganzen Tag Gelegenheit, sich online direkt mit unseren Experten auszutauschen. Oder informieren Sie sich gezielt zu Themen wie „24/7 Remote Connect“ oder „Power Purchase Agreements und Wirtschaftlichkeit“. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Melden Sie sich gleich an unter: www.connected.com/techniktalk

Der Artikel ist eine Kostprobe aus unserem Printmagazin. Die neue Ausgabe ist jetzt erhältlich. Ein kostenloses Probeabo finden Sie hier.

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Foto: EnBW Christine Clashausen, Originator für Erneuerbare Energien bei der EnBW
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Foto: CWS Hendrik van Ritter, Geschäftsführer Connected Wind Services Deutschland GmbH (CWS)
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Foto: EnBW Alexandra Weber, Leiterin EnBW-Niederlassung Erfurt
Foto: peno - penofoto.de - stock.adobe.com

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