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Klimaschutz

Kühlung könnte Treibhausgase explodieren lassen

Klimageräte sind noch vor Autos ein wichtiger Hebel, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Der Bedarf wächst - er sollte nachhaltig gedeckt werden.

Nicole Weinhold

Bis vor wenigen Jahren war die Klimatisierung von Räumen oder Gebäuden in Deutschland noch selten. Durch den erhöhten Lebensstandard sind die Erwartungen an den Komfort in Wohn- und vor allem Arbeitsräumen gestiegen. Der Energiebedarf steigt. Die verwendeten Kältemittel sind in über 95 Prozent der Klimaanlagen äußerst klimaschädlich. Etwa die Hälfte der Büro- und Verwaltungsgebäude in Deutschland sind mit Klimatisierungsvorrichtungen ausgestattet. Laut einer Studie verdoppeln sich die energiebedingten CO2-Emissionen bis 2030 in diesem Bereich. Bei Nichtwohngebäuden ist mit einem Anstieg um 25 Prozent zu rechnen.

Klimageräte könnten sogar noch vor Autos wichtig sein, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Würde man weniger umweltschädliche Kältemittel verwenden, würde dies die CO2-Emissionen bis 2050 um bis zu 90 Milliarden Tonnen verringern. Wären die Geräte energieeffizienter, würde sich der Effekt noch einmal verdoppeln. Zum Vergleich: Würde ein Drittel der Autofahrer aufs Fahrrad umsteigen, würde dies gerade einmal 2,3 Milliarden Tonnen CO2 sparen.

Vermehrter Bedarf an Klimageräten

Danfoss entwickelt nachhaltige Kühllösungen für den Weltmarkt. Jürgen Fischer, President Danfoss Cooling, sitzt als Industrievertreter im UN-Gremium „Cooling for All“, das einen Bericht mit Empfehlungen zu nachhaltigeren Kühltechnologien insbesondere für Entwicklungsländer herausgegeben hat. Der vermehrte Bedarf an Klimageräten wird demnach tiefgreifende Auswirkungen auf den Energiebedarf und den Klimawandel haben, wenn sich nicht effizientere Kühltechnologien durchsetzen. Unter anderem geht es dabei auch um die Möglichkeit, Lebensmittel und Medikamente zu kühlen. In Indien gehen zum Beispiel derzeit 20 Prozent der Lebensmittel durch fehlende Kühlung verloren.

Indien ist einer der größten Lebensmittelproduzenten. 20 Prozent gehen verloren, weil es an Kühlung fehlt oder es gibt Flaschenhälse in der Zulieferkette. Das ist einer der Gründe, warum fast 200 Millionen Menschen in Indien hungern. Das sagt die UN-Organisation für Essen und Landwirtschaft (FAO).

Teilfluorierte Kohlenwasserstoffen

Neben den indirekten CO2-Emissionen belasten Klimaanlagen, welche nach dem Kompressionsprinzip funktionieren, auch mit treibhauswirksamen Kältemittelemissionen das Klima. Die Kältemittel bestehen aus teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW), die entweder als Reinstoff oder als Stoffgemische zum Einsatz kommen. Es gibt aber auch HFKW-freie Systeme. In Indien ist seit 2012 ein Monosplit-Gerät mit dem Kältemittel Propan auf dem Markt.

Effiziente Kälteanlagen

Die Lösungen von Danfoss ermöglichen hocheffiziente Kälteanlagen, die für den Betrieb mit CO₂ und anderen natürlichen Kältemitteln optimiert sind. Komponenten sind so ausgelegt, dass sie niedrige Gesamtbetriebskosten erreichen und zugleich die Klimabilanz der Kälteanlage in einem Supermarkt verbessern.

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