Foto: Stefan Krissel

Offshore-Windenergie

Subvention? Nein Danke.

Immer öfter scheinen sich Offshore-Windparks auch ohne staatliche Subventionen realisieren zu lassen. Der jüngste Beleg: das niederländische Projekt Kust Zuid III & IV, an dem zahlreiche Bieter interessiert sind – ganz ohne staatliche Förderung.

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Katharina Garus

Bis gestern Abend, 17 Uhr mussten sie bei der Netherlands Enterprise Agency abgegeben worden sein, die Angebote für die Entwicklung des Offshore-Windparks Kust Zuid III & IV vor der niederländischen Küste. Und das Interesse an dem 700-Megawatt-Projekt ist groß. Neben Vattenfall und dem Witwind-Konsortium aus Shell, Eneco und Van Oord hat auch Örsted ein Angebot abgegeben. Und das, obwohl das Projekt ohne staatliche Förderung auskommen muss. Für die Projektentwickler scheint das kein Hindernis mehr zu sein.

Geben statt nehmen

Statt staatlicher Förderung müssen die Bieter im Falle eines Zuschlags ordentlich Geld auf den Tisch legen. Denn mit dem Zuschlag für das Projekt Kust Zuid III & IV ist eine Meeresboden-Pacht von 0,98 Cent pro Megawattstunde verbunden, wobei die Pacht nur für den Flächenteil anfällt, der innerhalb der 12-Seemeilen-Grenze liegt. Für beide Bauabschnitte zusammen beläuft sie sich demnach auf 1.906.531,20 Euro pro Jahr. Für die Zeit vom Zuschlag bis zum tatsächlichen Pachtbeginn muss der erfolgreiche Bieter weiterhin eine Reservierungsgebühr von 316.134 Euro pro Jahr auf den Tisch legen. Und für die Netzanbindung des Projektes wird eine einmalige Summe von 85.759,27 Euro fällig.

Synergien nutzen

Der Zuschlag für die benachbarten, ebenfalls subventionslosen Entwicklungsflächen Kust Zuid I & II war 2018 an Vattenfall gegangen. Der schwedische Staatskonzern hatte sich im damaligen Bieterverfahren gegen die Mitbewerber Innogy aus Deutschland und Statoil aus Norwegen durchgesetzt. Das Witwind-Konsortium wiederum könnte bei einem Zuschlag womöglich Synergien mit den ebenfalls benachbarten Windpark Luchterduinen nutzen, den Eneco bereits seit 2015 betreibt.

Für Örsted wäre es das erste Projekt in der Zone. Jedoch haben die Dänen bereits 2016 den Zuschlag für die Entwicklung des 752-Megawatt-Projektes Borssele I & II erhalten. Und um seinem Angebot für Kust Zuid III & IV Nachdruck zu verleihen, hat Örsted die Angebotsabgabe direkt mit einer finalen Investitionsentscheidung verknüpft und außerdem angekündigt, seine niederländischen Projekte auch zur Gewinnung von grünem Wasserstoff zu nutzen.

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