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EnBW hat fertiggebaut: 960-Megawatt-Meereswindpark He Dreiht steht

Der baden-württembergische Energieversorger und Offshore-Windkraft-Stromerzeuger EnBW hat die 64. Windturbine im Nordsee-Erzeugungsfeld He Dreiht errichtet und damit die unmittelbaren Bauarbeiten dort abgeschlossen. Entsprechend einer Mitteilung des Unternehmens aus Karlsruhe und dessen Offshore-Windkraft-Abteilung in Hamburg vom Mittwoch stehen fast genau zwei Jahre nach dem Einrammen aller Fundamente in den Seeboden auch alle Windturbinen auf ihren über das Wasser hinausragenden Sockeln. „In den kommenden Wochen“ sollen nun „weitere technische und elektrische Inbetriebnahmearbeiten“ folgen, um den gesamten Windpark mit 960 Megawatt (MW) Nennleistung noch im Spätsommer in Betrieb zu nehmen.

Erstmals nimmt gemäß früherer Aussage von EnBW hier demnächst ein kompletter Windpark auf See mit den bisher größten und leistungsstärksten Vestas-Offshore-Anlagen vom Typ V236 mit 236 Meter Rotordurchmesser und 15 MW Nennleistung die Stromerzeugung auf. Bereits im November hatte das Turbinenunternehmen Vestas die Inbetriebnahme der ersten der He-Dreiht-Anlagen als ersten Einspeisestart einer V236 auf See gemeldet. Etwas zeitverschoben entsteht derzeit allerdings auch der Ostsee-Windpark Baltic Power mit 76 Windenergieanlagen des Typs V236 vor der polnischen Küste. Der dort entstehende 1.200-MW-Windpark soll ebenfalls noch in diesem Jahr fertig werden und vollständig in den Erzeugungsbetrieb starten.

He Dreiht setzt gleich mehrere weitere neue Maßstäbe: Der Windpark wird der zunächst leistungsstärkste Offshore-Windpark in Deutschland sein, ehe 2029 der in zwei Bauabschnitten entstehende 1,2-Gigawatt-Windpark Nordseecluster des Energiekonzerns RWE und des norwegischen Fonds Norges Bank Investment Management den Betrieb aufnehmen soll. Zeitgleich mit der nun anstehenden restlichen Inbetriebnahme von He Dreiht startet der dänische Energiekonzern Ørsted zusammen mit Nuveen Infrastructure die Einspeisung des Nordsee-Windkraftfeldes Borkum Riffgrund 3 mit 913 MW als damit zweitleistungsstärkster Offshore-Windpark in Deutschland. Mit einem Abstand von 85 Kilometern nordwestlich vor der Nordseeinsel Borkum und 110 Kilometer westlich der deutschen Hochseeinsel Helgoland wird der Windpark als nun siebtes Offshore-Windkraft-Feld in der bisher am weitesten in der See gelegenen Windkraft-Entwicklungszone die Stromerzeugung aufnehmen.

Zudem wird He Dreiht zusammen mit Borkum Riffgrund 3 als erster deutscher Nordsee-Windpark ohne staatliche Förderung auskommen. Durch ein Null-Cent-Gebot hatte sich Energieversorgungsunternehmen EnBW den Zuschlag für das Projekt gesichert. Inzwischen ist der Großteil der möglichen Stromerzeugung des Windparks über langfristige Stromabnahmeverträge mit privaten Unternehmen abgesichert beziehungsweise vermarktet. EnBW beziffert die notwendigen Investitionen für den Offshore-Windpark mit 2,4 Milliarden Euro. Mit 50,1 Prozent hält EnBW eine Mindest-Mehrheitsbeteiligung an dem Windpark. Die übrigen 49,9 Prozent Anteil am Windpark gehören einem Konsortium aus den Investmentorganisationen Allianz Global Investors, AIP Management und Norges Bank Investment Management.

Nachdem noch Ende Juli ein Teil eines Rotorblattes bei einer der Anlagen aus bislang noch nicht geklärten Gründen abgebrochen war, untersucht Vestas derzeit noch die technischen Ursachen. Genauere Angaben zu bisher in Betracht gezogenen möglichen Ursachen für den Blattteilabbruch machte EnBW noch nicht. Für den Gesamtkonzern hat der Windpark auch eine Bedeutung, um den Unternehmens-Zielen beim Klimaschutz näher zu kommen. He Dreiht stehe für „die Weiterentwicklung unseres Erzeugungsportfolios in Richtung Klimaneutralität“, erklärte Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei EnBW.