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Warten auf den Netzanschluss? Batteriespeicher versorgt Windpark

Der Windpark steht, doch der Netzanschluss nicht? Betreiber kostet dieser Zustand bares Geld, denn die Turbinen müssen mit Strom versorgt werden – Steuerungselektronik und Hindernisbefeuerung müssen versorgt werden. Üblicherweise kommt der Strom aus Dieselaggregaten im Dauerbetrieb.

Zwei Anlagen errichtet, Umspannwerk noch nicht

Ein hybrides Konzept aus Dieselaggregat und Batteriespeicher kommt hingegen im Windpark Kleinbouslar bei Erkelenz zum Einsatz. Die MLK-Gruppe errichtet dort insgesamt vier Vestas V162 mit einer Nennleistung von je 5,6 Megawatt (MW) und einer Nabenhöhe von 148 Metern. Zwei von ihnen seien planmäßig vor dem Umspannwerk fertiggestellt worden, sodass eine temporäre Stromversorgung nötig geworden sei, heißt es in einer Presseinformation des Unternehmens.

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Statt nun vier Dieselaggregate zu nutzen, kommt stattdessen eine intelligente Kombination aus Batteriespeicher und Stromaggregat zum Einsatz. Die im Dezember installierte hybride Lösung des Anbieters Bredenoord aus dem niederländischen Apeldoorn versorgt die beiden Windenergieanlagen gleichzeitig. Eine zentrale Batterieeinheit deckt den Grundbedarf an Energie, während ein gekoppeltes Stromaggregat nur bei Bedarf anspringt, um den Speicher nachzuladen.

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Dieselaggregat läuft nur kurz bei optimaler Auslastung

„Dieses Konzept vermeidet den ineffizienten Dauerlauf der Stromaggregate im niedrigen Lastbereich“, erläutert Philipp Ibanez Montoro, Projektleiter der MLK Gruppe in Kleinbouslar. „Das Aggregat läuft nur für kurze Zeit unter optimaler Auslastung, um die Batterie zu laden. Den Rest der Zeit ist es abgeschaltet.“

Hybridpark von WPD lastet das Netz besser aus

Diese Vorgehensweise reduziere den Kraftstoffverbrauch um schätzungsweise 70 bis 90 Prozent im Vergleich zur Versorgung mit vier dauerhaft laufenden Aggregaten, heißt es von der MLK-Gruppe. Gleichzeitig verringerten sich die Lärmemissionen sowie der technische Verschleiß. Die Umsetzung ist allerdings nicht ganz leicht: Sie erforderte im Vorfeld detaillierte technische Berechnungen, etwa zu Spannungsverlusten und Kabelquerschnitten, um die stabile Versorgung der beiden Anlagen über die Distanz sicherzustellen, so das Unternehmen.