Der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE NDS/HB) fordert, dass die Hürden für den Bau von Solarparks abgebaut werden. So spricht sich der Branchenverband gegen weitere Beschränkungen bei der Flächenausweisung aus. Stattdessen fordert er bessere Rahmenbedingungen für einen systemdienlichen Ausbau von Photovoltaikanlagen auf der Freifläche. „Die aktuellen Zahlen zeigen: Noch bevor der Ausbau der Freiflächenphotovoltaik richtig Fahrt aufgenommen hat, gerät er bereits ins Stocken“, begründet Silke Weyberg, Geschäftsführerin des LEE NDS/HB, mit Blick auf die zurückgehenden Zuschläge für niedersächsische Solarparks bei den Freiflächenausschreibungen.
Tatsächlich war der Erfolg der Projektierer in Niedersachsen bei den Ausschreibungen recht übersichtlich. So haben im Jahr 2025 in Niedersachsen nur 67 Projekte mit einer Leistung von rund 701 Megawatt eine Marktprämie bei den Ausschreibungen bekommen. Dabei ging der Erfolg stetig zurück.
Projektvolumen kontinuierlich gesunken
Wurden im März in Niedersachsen noch rund 315 Megawatt Solarparkleistung bezuschlagt, haben bei der Ausschreibung im Juli nur noch Projekte mit einer Gesamtleistung von 250 Megawatt eine Marktprämie bekommen. In der Dezember-Ausschreibung waren es sogar nur noch 136 Megawatt, die mit einer Marktprämie für den eingespeisten Strom ausgestattet werden. Der Verband weist darauf hin, dass die letzte Ausschreibung dabei bundesweit deutlich überzeichnet war. Denn im Dezember 2025 war die Gesamtleistung der eingereichten Gebote doppelt so groß wie das zu vergebende Zuschlagsvolumen.
EMK: Grüne Energieminister fordern mehr Verlässlichkeit bei der Energiewende
Pragmatische Lösungen statt neuer Hürden
Der LEE NDS/HB sieht angesichts dieser überschaubaren Zahl an Projekten kaum einen übermäßigen Flächenverbrauch für die Photovoltaik oder Nutzungskonflikte bei den Flächen, wie es immer wieder befürchtet wird. Stattdessen sieht der Branchenverband eher, dass die niedrigen Ausschreibungsmengen für die Photovoltaik in Niedersachsen zum Problem werden. Denn die Photovoltaik ergänzt die Windkraft, die in dem Bundesland sehr stark ist. „Zusätzliche Restriktionen würden den Ausbau der Solarenergie noch weiter ausbremsen“, befürchtet Silke Weyberg. „Wir brauchen pragmatische Lösungen statt unnötiger neuer Hürden“, fordert sie.
Erneuerbaren-Verband fordert neue Konzepte für Solarenergie in Niedersachsen
Systemdienlichkeit von Anfang an mitdenken
Statt die Flächen zu begrenzen, sollte der Schwerpunkt der Regulierung stärker auf Systemdienlichkeit und regionaler Wertschöpfung liegen. Erzeugung und Verbrauch sollten von Anfang an gemeinsam gedacht werden. Der Verband schlägt vor, die Möglichkeit von lokalen Abnahmekonzepten oder der ortsnahen Direktversorgung von Industrie- und Gewerbegebieten bei der Flächenausweisung frühzeitig zu berücksichtigen. „Wir müssen Flächen effizienter nutzen und Projekte klug kombinieren“, fasst Silke Weyberg die Lösung zusammen. „Wenn etwa vorgeschriebene Kranstellflächen von Windenergieanlagen gleichzeitig für Photovoltaik genutzt werden, entstehen Synergien statt zusätzlichem Flächenbedarf.“
Neuregelungen 2026: Solarstromhandel wird möglich
Genau solche Hybridlösungen benötige die Energiewende jetzt, betont die LEE-Chefin. „Ziel ist ein schneller, planbarer und netzdienlicher Ausbau der Freiflächenphotovoltaik, der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Entwicklung gleichermaßen voranbringt“, betont sie.