Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) und ESWE Bioenergie errichten zusammen mit dem Paderborner Speicheranbieter Intilion zwei große Batterieprojekte. Die beiden Großspeicher erreichen zusammen eine Gesamtkapazität von 100 Megawattstunden.
KMW ist eine 50-prozentige Tochter der Mainzer Stadtwerke und der ESWE Versorgungs AG. Das Unternehmen hat Intilion mit der Lieferung und Installation eines Batteriegroßspeichers auf der Ingelheimer Aue in Mainz beauftragt. Das Mainzer Projekt verfügt über eine nominale Kapazität von 67,7 Megawattstunden und eine Leistung von 22,7 Megawatt, teilt Intilion mit. Gleichzeitig bauen die Paderborner für ESWE in Wiesbaden ein weiteres Batteriespeichersystem. Dieser Speicher wird 33,8 Megawattstunden Strom zwischenlagern und mit einer Leistung von 11,3 Megawatt ins Netz einspeisen können. Insgesamt baut Intilion modular 18 Speicher der Baureihe Scalecube auf. Jeder der Speichercontainer hat ein Volumen von 5,6 Megawattstunden.
Verfügbarkeit garantiert
Intilion übernimmt im Rahmen der Projekte Systemintegrator die Gesamtverantwortung für Planung und Realisierung der Batteriespeicheranlagen. Dazu gehören nicht nur das Systemdesign, sowie die Auswahl und optimale Auslegung aller zentralen Komponenten, sondern auch die gesamte Koordination der Projektrealisierung inklusive der gesamten Projektlogistik. Auch der Probebetrieb und alle Systemtests sowie die anschließende Inbetriebnahme der Speicher liegen in der Verantwortung von Intilion.
Neuregelungen 2026: Bau von Speichern vereinfacht
Danach sichert das Unternehmen langfristig den Anlagenbetrieb mit umfassenden Service- und Monitoringleistungen ab. Dazu haben die beiden Energieversorger mit Intilion ein langfristiges Servicepaket über einen Zeitraum von 15 Jahren vereinbart. In dieser Zeit garantiert Intilion die Verfügbarkeit der Speicher über 97 Prozent der Zeit.
Netzschwankungen ausgleichen
Beide Projekte sind im Januar 2026 gestartet. Die Inbetriebnahme des Wiesbadener Speichers ist für Februar 2027 anberaumt. Der Speicher in Mainz soll im März 2027 ans Netz gehen. Danach werden die beiden Anlagen zur Stabilisierung der Stromsysteme von KMW und ESWE beitragen, um mehr erneuerbare Energien integrieren zu können. Schließlich werden beide Anlagen für den Energiehandel eingesetzt und können darüber hinaus Primärregelleistung (PRL) zur kurzfristigen Stabilisierung der Netzfrequenz sowie Sekundärregelleistung (SRL) zum weiteren Ausgleich von Netzschwankungen bereitstellen.
Mehr Flexibilität notwendig
KMW und ESWE erweitern so ihre Infrastruktur um einen strategischen Baustein für ein zunehmend flexibles Energiesystem. „Mit dieser Investition in Batteriespeichertechnologie gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer flexiblen und nachhaltigen Energiezukunft“, sagt Oliver Malerius, Vorstand der KMW. „Große Batteriespeicher ermöglichen es uns, erneuerbare Energien bedarfsgerecht in das Stromsystem zu integrieren.“
Carl Zöllner von Intilion: „Die größte Hürde ist die Dauer der Genehmigungs- und Anschlussverfahren“
Denn Anlagen dieser Größenordnung ermöglichen es, Erzeugung und Verbrauch zeitlich zu entkoppeln. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien fordert eine erhöhte Flexibilität im Energiesystem, die wir durch die direkte Teilnahme an Großhandels- und Regelleistungsmärkten schaffen“, ergänzt Jan Schlauer, Geschäftsführer von ESWE Bioenergie.
Zentraler Baustein für die Energiewende
Carl Zöllner, Geschäftsführer von Intilion, sieht in Batteriespeichern einen zentralen Baustein für ein zunehmend flexibles Energiesystem. „Bei Projekten dieser Größenordnung kommt es neben der Speichertechnologie vor allem auf eine ganzheitliche Systemintegration und eine zuverlässige Umsetzung an“, betont er. „Von der technischen Planung über die Logistik bis zur Inbetriebnahme entsteht eine Anlage, deren langfristiger Betrieb durch ein vollumfassendes Service- und Monitoringkonzept mit hoher Verfügbarkeit sichergestellt wird“, sagt Zöllner.